Mein erstes Mal: Die NewsApp Quartz im Test

Februar 24th, 2016 - 
Tags:
, , , ,

Seit Anfang Februar gibt es die News-App für das iPhone der amerikanischen Tech-News-Seite Quartz. Bisher hatte ich Quartz deshalb auf dem Schirm, weil die Webseite besonders modern und sexy aufgemacht war. Es gab von Beginn an ein sehr reduziertes Design und die MacherInnen waren früh dabei, neue Werbefirmate zu testen.

Nun teste ich seit einigen Tagen die App, die News im Messenger-Stil präsentiert. Faktisch ähnelt die Art der Präsentation einem WhatsApp-Interface. Nur eben mit einem automatischen Chatpartner (auch Bot genannt), der mich begrüßt und eine erste Nachricht präsentiert: Eine Schlagzeile reißt das Thema an und das System fragt mich, ob ich mehr dazu wissen möchte. Eine IF-THEN-ELSE-Schleife – das erinnerte mich an meine alten Skills der Basic-Programmierung von anno 1857.

Entscheide ich mich für „mehr“, liefert mir der Bot eine Zusammenfassung des Beitrags in mehreren Chatnachrichten. Entscheide ich mich dagegen, bekomme ich eine weitere Meldung vorgeschlagen.

EMOTIONALISIERUNG

Dabei simuliert die App das Schreiben der News, wie man es aus den Messenger-Apps von Facebook, WhatsApp oder iMessage kennt. Der Bot wird damit als interagierendes Individuum emuliert und die Nachricht subtil emotionalisiert. Mit wenigen Mitteln entsteht der Eindruck einer direkten Verbindung zu einer „Person“ – clever gemacht.

GAMIFICATION

Natürlich dürfen auch kleine Gamification-Elemente nicht fehlen. So stellt das Sytem auch eine Frage zur empfohlenen Meldung oder bietet ein Emoticon, um die Zustimmung des Nutzers zu bekommen. Interaktion in einfachster Art und Weise.

Räumt man der App die Freigabe ein, dass sie einen über Neuigkeiten informieren darf, hat sie mich bisher ca. drei Mal am Tag auf Themen hingewiesen – dezent und trotzdem mit einem knackigen Teaser, der Interesse weckt.

MACH MICH AUS!

Bei einem Test fand ich einen Punkt besonders interessant. Ich nutzte die App intensiv und forderte permanent weitere News an. Nach ca. fünf oder sieben Beiträgen kam die Info, dass ich nun alle Themen gelesen hätte und gern später noch mal vorbeischauen könne. Spannend: Eine App bzw. ein Medienprodukt empfiehlt das Ende der eigenen Nutzung. Das kannte ich bisher nur von Kika und Bernd das Brot. Oder von Peter Lustig – R.I.P.!

MONEY MONEY MONEY

Natürlich stellt sich wieder die Frage nach der möglichen Monetarisierung. Die ist schnell beantwortet: Bei mir tauchte gelegentlich die Werbung der Automarke Mini auf. Ein Fingertip auf das Bild führte mich dann jedoch raus aus der App – also ein klassisches Display-Ad-Format.

Abstrahiert man jedoch den oben beschriebenen Prozess des Nachrichtenkonsums auf das Anzeigenthema, wird schnell klar, welches Potenzial in der Art des Medienkonsums liegt. Man könnte innerhalb der Quartz-App die komplette Abwicklung eines Informations- und Kaufprozesses abwickeln. Das ist dann die konsequente Verbindung aus Werbung und Abverkauf. Oder um es anders zu sagen: Freunde mit Buzzword-Bingo-App können jetzt die Begriffe ‚Storytelling‘, ‚Content Marketing‘, ‚Native Advertising‘, ‚Conversion‘ und ‚Mobile Commerce‘ wegtippen. Abgehakt!

UND NUN?

Quartz ist ein spannender Versuch, die Mediennutzung dem Messengerzeitalter und der „Snackable News“ anzupassen. Alles funktioniert einfach, schnell und sorgt für einen konsequenten Fokus auf das Nutzen von Inhalten. Für Menschen, die noch mit gedruckten Zeitungen aufgewachsen sind, dürfte das oben beschriebene Szenario natürlich etwas fremd klingen. Ist es aber nicht. Eine solche mobile Anwendung wird nicht alle NutzerInnen überzeugen können. Quartz zeigt jedoch, wie man ein aktuell sehr übliches Kommunikationsverhalten, die intensive Nutzung von Messengern, für Medien adaptieren kann.

Denkt man das mal konsequent weiter, könnte Quartz das WhatsApp für News werden – also eine Plattform werden und nicht nur eine Medienmarke sein. Gleichzeitig könnte eine passende Schnittstelle bei den Messengern eine sinnvolle Ergänzung sein, um Quartz-Inhalte in WhatsApp-, iMessage- oder Facebook-Messengern zu konsumieren.
Am Backend dürfte Quartz Daten zum Nutzungsverhalten der LeserInnen sammeln und somit langfristig eine gute Basis für das Ausspielen von personalisierten News und Werbung aufbauen können. Entsprechende Buzzwords können sie nun in Ihrer Bingo-App ebenfalls abstreichen.

Schaut man sich die Möglichkeiten für die Contententwicklung an, bieten sich ebenfalls schöne Ideen an. Das System kann mit multimedialen Inhalten bespielt werden und die Chatfunktion bietet zusätzlich weitere Ideen für textbasierte Quiz-Spiele. Was ich persönlich ganz sexy finde.

UND DIE NEWS?

Thematisch ist das Spektrum breit. Bisher bot mir der Bot nur wenig harte Themen. Es waren eher techlastige Inhalte. Das passt zu Quartz, macht die App für mich aber bisher nicht zur Konkurrenz zu anderen News-Seiten, die ich sonst konsumiere. Allerdings addierte sie mir doch erste Erkenntnisse dazu. So wusste ich bisher nicht, dass der Film „War Game“ großen Einfluss auf die Cyber-Sicherheit amerikanischer Militärnetzwerke und Ronald Reagan hatte. Quartz präsentierte mir die Story der New York Times.

-> NACHTRAG

Als dieser Text bereits geschrieben war, nutzte ich die erneut. Es gab keine neuen News, ABER die App bot mir ein kleines Quiz an. Siehe Screenshots.

Was ich bisher nicht testen konnte: Quartz soll auch auf der Apple Watch funktionieren, die ich bisher jedoch nicht besitze.



Einkaufsapp – mein kleiner Life Hack

August 14th, 2015 - 
Tags:
, , ,

Nach einem sehr euphorischen Anfangsjahr, anno 1753 also, nutze ich auf meinem iPhone inzwischen eine überschaubare Zahl an Apps. Dabei spielen kleine Programme, die die Arbeitsteilung in der Familie vereinfachen bisher eine sehr kleine Rolle. Doch eine App hat es meiner Herzensdame und mir angetan: Bring!

Bring! ist eine sehr einfach und überschaubar gestaltete Einkaufsliste, die man gemeinsam mit mehreren Menschen nutzen kann. Die entscheidende Funktion ist dabei für uns die Synchronisation. Wir können also unsere Einkaufswünsche in die App eintragen und der oder die Andere kann sie sogar noch beim Einkauf aktualisieren und entsprechend neue Wünsche berücksichtigen.

So landen bei uns die Wünsche für notwendige Besorgungen genau dann in der App, wenn sie uns auffallen – ohne einen Einkaufszettel zu schreiben, den man dann doch daheim vergisst. Beim nächsten Einkauf muss man nur vorab die eigene Liste synchronisieren und schon kann man sämtliche Produkte einkaufen und abhaken. Für uns ist der Wochenendeinkauf dadurch entspannter geworden.

Einen Vorteil, den ich besonders passend finde: Man kann mehrere Listen anlegen. Wir nutzen so einen digitalen Einkaufszettel für den Supermarkt und einen für die Drogerie auf unseren Smartphones. Hier kommt auch eine Funktion ins Spiel, die für Apple-Watch und Android-Watch-BesitzerInnen ganz interessant sein könnte. Bring! lässt sich auf der Smartwatch bereits nutzen, soweit ich weiß.

Bisher kostet die App, die es für Android– und iOS-Smartphones gibt, keinen Cent. Es ist also davon auszugehen, dass im Hintergrund Daten getrackt werden, die in bare Münze umgewandelt werden. Wie, das kann ich nicht sagen. Aber die Schweizer Bring! Labs AG wird diesen kleinen Helferlein sicherlich nicht ganz selbstlos entwickelt haben. Ich vermute, es wird darauf hinauslaufen, dass User in Zukunft Werbung passend zu ihrem Einkaufsverhalten ausgespielt bekommen. Sicher bin ich jedoch nicht.

Jetzt hast du den Text gelesen und kannst das Ganze noch mal kurz im Video rekapitulieren. ;-)

Bring! Mitteilungen – «Ich gehe einkaufen» from Bring! Labs AG on Vimeo.

Apple und das Thema Innovation – Ein kurzer Rant auf WirtschaftsjournalistInnen

Juni 3rd, 2014 - 

Wie lautet die Mission der JournalistInnen für den heutigen Tag? Richtig, Apple die Innovationskraft absprechen, ohne auch nur über die vorgestellte Software zu schreiben. Dieser hier verlinkte Artikel ist nur ein Beispiel.

wiwo.de: Apple präsentiert neue Software – und enttäuscht

In Bezug darauf ihren LeserInnen die größeren Zusammenhänge zu erklären, scheitert die große Zahl der JournalistInnen bei großen Wirtschaftsmedien immer wieder – in meinen Augen. Apple transformiert seit Jahren seine Ausrichtung von einem Hardware-Anbieter hin zu einem Content- und Softwareanbieter und macht dabei trotzdem noch massive Gewinne. Natürlich macht er seine Gewinne noch mit Hardware. Aber warum sich der Laden so drastisch verändert, wird selten bis gar nicht erklärt.

Und das gleiche Problem finde ich immer wieder. Der brachiale Umbau von Axel Springer samt dem Verkauf der „alten Postillen“ an die Funke-Gruppe wurde in den meisten Fällen nur auf einer lächerlich moralisch-emotionalen Ebene verhandelt. Die wirtschaftlichen Notwendigkeiten wurden kaum erkannt bzw. erörtert. Warum der Umbau passiert, wurde häufig nicht mal erfragt.

Wenn ich mir dann noch die Berichterstattung über Start-Ups anschaue, dann wird mir regelmäßig schlecht. Entweder wird irgend eine kleine Bude maßlos gehypt – gerne wenn Hollywood-Promis investiert haben – oder es wird radikal plattgeschrieben, was die RedakteurInnen offenbar gar nicht erst verstanden haben. Sinnvolle Einordnung, sachliche Erklärungen oder gar kritisches Hinterfragen – Fehlanzeige. Simplifizierung und das Arbeiten mit abgehangenen Floskeln, das ist der übliche Umgang mit dem Thema Start-Ups. Welche Auswirkungen die meist disruptiven Ideen und Technologien der Start-Ups auf die LeserInnen haben werden, kommen meist gar nichtvzur Sproche oder erlangen nur in heraufbeschworenen Untergangsszenarien zweifelhafte Prominenz.

Liebe WirtschaftsjournalistInnen, wenn ihr keine Ahnung habt, dann lest halt Fachblogs von Profis, die euch im besten Fall sogar mit Expertise unterstützen können. Holt euch die Leute an Bord, die spezifischer über Themen schreiben und sprechen können, als ihr. Ihr müsst nicht alles wissen und deuten, ihr müsst euren NutzerInnen nur die besten Informationen liefern. Lasst die lächerlich belanglosen Verallgemeinerungen weg, kümmert euch um die Tiefe, die ihr alle so als Qualitätsjournalismus beschrieben wissen wollt. Bitte!

Lego-Banksy, BND wird Stasi, Stevia, Apple-Beats & Reykjavik

Juni 1st, 2014 - 

Und hier gibt es wieder ein paar Links mit Themen, die mir in den vergangenen Tagen über den Bildschirm geflimmert sind. Sie sind nicht unbedingt wahnsinnig aktuell, dafür aber vielleicht erhellend für die Eine oder den Anderen. Guten Appetit!

Steinchen für Steinchen
Jeff Friesen fragtetete sich, wie wohl Banksy-Bilder als Lego-Nachbau aussehen würden. Die Antwort ist einfach: anders. Aber egal, denn putzig ist das Ganze trotzdem. Und jetzt hätte ich gern den #BER in Lego nachgebaut. Ich möchte schon mal sehen, wie das Ding fertig aussehen könnte.
mymodernmet.com >>

Die Stasi kommt doch wieder!
Und sie heißt jetzt BND. Diese Typen vom Geheimdienst wollen alles auf der Welt scannen, auch die sozialen Netzwerke. Schon bald soll der Bundestag die Mittel dafür freigeben. Was ist das nur für eine zynische Wiederholung der Geschichte: Die beiden Oppositionsparteien der DDR-Wendezeit (SPD & CDU) werden die totale verdachtslose Überwachung der deutschen Gesellschaft genehmigen. Und es wird auch noch eine Ostdeutsche sein, die an erster Stelle steht.
sueddeutsche.de >>

Stevia soll gar nicht toll sein
In der Zeit steht geschrieben, dass Stevia – neueste Mode unter Zuckerjunkies – gar nicht so super gesund sein soll. Es sei im Prinzip nur ein Industrieprodukt, das nach vielen chemischen Prozessen gar nix mehr mit dem natürlichen Urprodukt zu tun haben soll. Ob dahinter nun eine PR- bzw. Lobby-Kampagne der Zuckerindustrie steckt oder ob Stevia wirklich so uncool ist – unklar.
zeit.de >>

Apple-Beats auf Androiden
Sascha Pallenberg hat einen spannenden Aspekt der ach so glamourösen Übernahme des Kopfhörer-HipHop-Dingens durch Apple aufgezeigt. Die Leute aus Cupertino haben sich im Prinzip mit Beats eine Art trojanisches Pferd für die Android-Welt geshoppt. Denn neben den Kopfhörern gibt es auch noch die „Beats Music“-Streaming-App und die ist wohl recht erfolgreich im Google-Markt.
mobilegeeks.de >>

Björks Kumpels haben Reykjavik gerettet
So schreibt es zumindest Constantin Seibt, der über die vergangenen vier Jahre der künstlerisch-anarchistischen Stadtregierung von Reykjavik rund um den Bürgermeister Jon Gnarr resümiert. Sehr spannend zu lesen, was KünstlerInnen mit ihrer Art der Politikauffassung umsetzen können.
tagesanzeiger.ch >>

Apple-Droiden in se house.

Juni 11th, 2013 - 

Ein kurzer Einwurf zum Artikel von Sascha Pallenberg auf mobilegeeks.de „WWDC 2013 – iOS 7 = Return of the Copycats?„. Ich veröffentliche meinen Kommentar hier auf der Seite, weil ich mich nicht erst mit einem Social Network Account oder neu bei DISQUS anmelden will, um auf mobilegeeks.de kommentieren zu können.

— Meine 5 Cents zu Apple vs. Android und Copycats —

Lieber Sascha,

es ist ja schön, was es alles so bei verschiedenen Android-Versionen der unterschiedlichsten Hersteller gibt. Für mich als Nutzer ist aber nur interessant, was ich beim Kauf eines Gerätes alles bekomme und ob ich auf die aktuellste Version des Betriebssystems upgraden kann, sofern mein Gerät das noch mitmacht.

Die von dir vorgenommenen Vergleiche zeigen das größte Problem von Android – jeder Hanswurst kann sich seine eigene Version bauen und der User ist damit der Gelackmeierte, denn er muss im Zweifel mit einem tollen Gerät aber einem schlecht programmierten User Interface bzw. sogar mit einem unausgereiften Betriebssystem leben.

Als Apple-User ist es mir inzwischen komplett egal, was für Prozessoren in den Ipads, Iphones oder Macs laufen. Ich will nur mit den Kisten arbeiten, sie als verlässliche Werkzeuge benutzen und meine „Werkstücke“ anfertigen. Bisher hält Apple für mich persönlich die dafür richtigen Produkte bereit. Die Produkte erfüllen meine Erwartungen und sehen dabei auch noch besser aus, als alles was ich bisher an Android-Geräten in der Hand hatte.

Wie kann ich es noch plastischer formulieren? Apple, iOS & OSX sind für mich die Hiltis unter den Werkzeugen für InternetarbeiterInnen. Android und die vielen verschiedenen Hardware-Produkte sind eben eher die Werkzeuge für Internet-KonsumentInnen. DAS ist aber wirklich nur auf mich persönlich bezogen. Jede/r soll die Geräte benutzen, die sie oder er für passend empfinden.

Ganz nebenbei: Ich finde es immer wieder bemerkenswert, wie viel Android-User über Apple wissen und wie wenig Apple-User über Android wissen. Ich kann mir nur bis heute nicht erklären, wie es dazu kommt.

Darüber hinaus finde ich deine Headline vorbildlich boulevardesk. Hast du das bei SpOn gelernt? ;-)

Gruß aus Berlin – Jens

#berlintales no. 26

Dezember 5th, 2012 - 

20121205-182555.jpg

Was würde MacGyver tun, um seinen Apple-Laptop ohne Frostschäden durch den Berliner Winter zu transportieren?

Richtig, er würde mit dem Firefox-Browser ein Flash-Video aufrufen, was den Rechner richtig heiß laufen ließe. Dann würde er das erhitzte Gerät in eine Neoprentasche stecken und den dadurch bedingten Wärmestau nutzen, um das Macbook sicher durch die frierende Stadt zu tragen …

Apple Zahlen Q4/2011 – Umsatz +73%

Januar 25th, 2012 - 
Tags:
, ,

Ähem. Räusper. Diese Zahlen sind irgendwie langsam von einem anderen Planeten. Apple hat im Weihnachtsquartal 2011 über 37 Mio. Iphones und 17 Mio. Ipads verkauft! Der Umsatz lag bei mehr als 46 Mrd. U$ und der Gewinn bei mehr als 13 Mrd. U$.

Mehr Infos auf ftd.de

iBooks 2.0 kaum gestartet, schon umstritten.

Januar 23rd, 2012 - 

Faszinierend, was Apple da wieder vorgestellt hat. Mit iBooks 2.0 soll man nun selbst Bücher bei Apple publizieren können. Der Journalist Richard Gutjahr hat es direkt getestet. Sein Testprodukt kann man wegen Apples schräger Steuerphilosophie noch nicht im iBook-Store erstehen, sondern nur auf Gutjahrs Seite testen. AutorInnen benötigen nämlich eine amerikanische Steuer-ID etc. Darauf wies kürzlich schon Johnny Haeusler bei seinem Experiment hin.

Der wirkliche Spaß scheint aber noch etwas tiefer in Apples Autorenvereinbarung zu liegen. Zitat spiegel.de „Mittels einer Passage in den Linzenzbestimmungen sichert Apple sich ein exklusives Vertriebsrecht für mit iBooks Author entworfenen Digitalbücher.“ Den gesamten Artikel gibt es nach dem Klick >>

Samsungs Produktportfolio auf der CES 2012

Januar 18th, 2012 - 

Samsung hat auf der CES sein aktuelles Produktportfolio vorgestellt. Ich bin zwar nicht von der Präsentationstechnik überzeugt, da bin ich dann doch eher Apple-verwöhnt. Aber ich habe das Gefühl, dass Samsung ein immer ernstzunehmenderererer Apple-Gegenspieler ist bzw. wird. In Sachen TV-Sets macht denen so schnell keiner etwas vor. Die Tablets und Smartphones sind, meines Erachtens, die einzigen am Markt, die eine solide Alternative zu iPhone und iPad darstellen. Auch wenn sie mit Android laufen, wozu ich im Moment noch eine gespaltene Meinung habe. Auch das Thema Connectivity gehen die japanischen* koreanischen Technikfreunde (gefühlt) ordentlich an. Ich bin ja froh, wenn Apple Konkurrenz bekommt, denn das ist für sie hoffentlich der motivierende Tritt in den Hintern.

Hier noch gute 12 Minuten Produktpräse direktamente von der CES.

YouTube Preview Image

*Danke an @frolleinb

Der deutsche E-Reading-Markt bewegt sich

Januar 3rd, 2012 - 

Während E-Books/E-Magazine in den USA bereits ein fester Bestandteil des Medienmarktes sind, allein fünf Amazon-Kindle-Modelle sprechen für sich, scheint der Zug des digitalen Lesens in Deutschland gerade erst Fahrt aufzunehmen. Die Zeichen stehen gut – auf der Produzenten- als auch auf der Konsumentenseite.

Die Telekom hat in 2011 den E-Kiosk pageplace.de eröffnet. Die großen Buch- und Presseverlage sind bereits an Board, auch wenn das Angebot in allen drei Bereichen Tageszeitung, Magazin und Buch ausbaubar ist.
Ebenfalls in 2011 erblickte der E-Kiosk pubbles.de das Licht von Digitalien. Hinter der Gründung stehen der DPV (Deutscher Pressevertrieb) und Bertelsmanns Direct Group. Inzwischen hat die Weltbild-Gruppe 50% der Unternehmensanteile übernommen.
Der dritte, auch älteste E-Kiosk ist pressekatalog.de. Die Firma dahinter ist die LeserAuskunft GmbH. Das Unternehmen hatte sich bisher sehr in Richtung Businesskunden orientiert – wodurch die große Zahl an E-Abos im (Fach)Zeitschriftenbereich erklärt werden können. Pressekatalog.de bietet bisher noch keine E-Books an, dafür native E-Magazine und E-Papers.

Der eigentliche Ruck muss aber bei den Lesegeräten stattfinden. Hier hat das Weihnachtsgeschäft wohl gute Zeichen gesetzt. Sowohl Weltbild (einer der größten E-Bookhändler in D) und Amazon Deutschland sollen, nach eigenen Angaben, einen überdurchschnittlichen Zuwachs an Downloads und Kunden verzeichnet haben. Beide Anbeiter wollen auch vor Weihnachten E-Reader im bis zu sechsstelligen Bereich verkauft haben.

Weitere Anbieter von E-Readern bzw. Lesesoftware und Leseinhalten sind natürlich auch noch am Markt. So gibt es die iBooks-App für Apples iOS-Geräte, den Kobo-E-Reader oder die Apps für Apple- und Androidgeräte von txtr.com und textunes.de. Wobei letztere ganz klar auf die Verbreitung von Leseapps auf Smartphones und Tablets setzen. Zahlen liegen mir im Moment dazu nicht vor. Allerdings gibt es ein interessantes Experiment von Johnny Haeusler, dem Autor des Blogs spreeblick.com. Daraus geht hervor, das bereits eine niedrige dreistellige Zahl ausreicht, um in den iBook-Charts von Apple im Top-Ten-Bereich zu landen. Bei Amazon muss man dafür schon knapp die 1.000 Downloads knacken, um vorne dabei zu sein.

Fazit: Weltbild (im Besitz der katholischen Kirche) und Amazon sind wohl die Player, die im Moment das Thema E-Reading in Deutschland auf Konsumentenseite vorantreiben können. Hier werden E-Reader und Leseinhalte aus einer Hand geboten – vor allem Bücher. Sie haben die Marktdurchdringung und die Kundendatensätze um anzusetzen. Zeitungen und Zeitschriften spielen bisher noch keine große Rolle. Durch den Einstieg von Weltbild bei Pubbles will der Händler offenbar sein Portfolio in diesem Segment stärken. Amazon wird hier sicherlich mit eigenen Möglichkeiten reagieren. iBooks, textr und textunes spielen im Moment wohl eine untergeordnete Rolle, obwohl sie auf einer großen Anzahl von Geräten installiert bzw. sogar vorinstalliert sind. Hier werde ich mich mal auf die Suche nach Zahlen begeben und ggf. hier veröffentlichen.

Weiterführende aktuelle Links zum Thema E-Reading:

Weltbild als einer der Vorreiter der E-Book-Evolution in Deutschland. Hier ein paar aktuelle Fakten:

http://www.weltbild.com/presse/pressemitteilung/Weltbild-Am-ersten-Weihnachtstag-Durchbruch-des-e-Books/504/

Eine kurze Zusammenfassung der aktuellen E-Book-Entwicklung aus Sicht der deutschen Buchbranche gibt es auch:

http://www.buchreport.de/nachrichten/handel/handel_nachricht/datum/2011/12/27/die-dynamik-des-e-marktes.htm

Eine spannende Zahl gibt es auch in Bezug auf Kindle und ähnliche Reader. Für 2011 will der Display-Lieferant E-Ink am Jahresende international zwischen 25 und 30 Mio. Displays ausgeliefert haben:

http://www.channelpartner.de/channelcenter/displays_beamer/2573435/

Die Plattformbetreiber Amazon, Apple und Kobo befeuern die Begehrlichkeiten von Tablets und E-Readern weiter mit ihren (inzwischen) alljährlichen Gratisaktionen:

http://www.basicthinking.de/blog/2011/12/27/gratis-downloads-amazon-apple-und-kobo-spendieren-mp3s-tv-serien-und-e-books/

Ein ganzes E-Book-Dossier aus Sicht der deutschen Buchbranche:

http://www.buchreport.de/analysen/amazonkindle.htm

Weltbild und Hugendubel steigen bei Pubbles ein:

http://www.wuv.de/nachrichten/digital/weltbild_und_hugendubel_steigen_bei_pubbles_ein

Zahlen aus dem Weihnachtsgeschäft 2011 von Weltbild und Amazon:

http://www.wuv.de/nachrichten/digital/ebook_weihnachtsgeschaeft_weltbild_und_amazon_ziehen_bilanz

Zahlen zum E-Book-Experiment von Johnny Haeusler von spreeblick.com:

http://www.spreeblick.com/2011/12/20/i-live-by-the-river-jetzt-auch-im-ibook-store/