Wie erstellt man das eigene E-Book? Ein Bloggerinnen-Interview.

August 2nd, 2016 - 

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Die Bloggerinnen Daniela (diekleinebotin.at) und Leonie (minimenschlein.de) haben am 1. August 2016 ein sehr feines E-Book mit 13 Eisrezepten zum Selbermachen veröffentlicht. Ich habe es mir direkt über und für mein iPhone heruntergeladen. Das digitale Büchlein ist sehr professionell gemacht. Deshalb bat ich die Beiden um ein kleines Email-Interview, denn viele BloggerInnen dürfte interessieren, wie man in gut zehn Tagen ein E-Book selbst erstellt und zum freien Download veröffentlicht. 

Liebe Leonie, liebe Daniela, wie seid ihr das Projekt angegangen? Gab es erst die Inhalte und dann die Idee für ein E-Book – oder wurden die Rezepte so getextet, dass sie „zwischen die Deckel“ eines E-Books passen?

Leonie: Nun, den Content hatten wir ja schon für unsere Blogs. Sowohl die Rezepte, als auch Fotos und Texte hatten wir bereits kreiert und veröffentlicht. Für das E-Book haben wir lediglich die Tonalität ein wenig verändert. Weniger Ich-Form, mehr Fakten.

Daniela: Genau, Leonie und ich haben die meisten Rezepte schon am Blog und wir fanden es eine gute Idee im Sommer eine Sammlung daraus zu machen.

Könnt ihr uns ein wenig in eure Projektpläne schauen lassen? Wie viel Zeit hat die Umsetzung in Anspruch genommen?

Daniela: Ich hatte die Idee erst 10 Tage vor der Veröffentlichung. iBooks Author ist relativ einfach zu bedienen und die letzten Arbeiten aufwändiger als gehofft, aber mit etwas technischer Unterstützung auch schnell möglich. So unterstützt WordPress den Upload von .ePub Dateien nicht ohne eine Änderung durch den Programmierer. Da ich nur neben den Kids arbeiten kann, kam ich auf weniger als 2-3 Stunden am Tag.

Leonie: Als Daniela auf mich zukam, steckte ich gerade in den letzten Urlaubsvorbereitungen. Aber als Blogger ist man lange Nachtschichten gewohnt und so haben wir es am Ende innerhalb weniger Tage geschafft, das E-Book zu veröffentlichen. Ich würde mal sagen, gefühlt war es ein „verlängertes Wochenende.“

Ihr habt das Buch zusammen veröffentlicht. Wie habt ihr die Arbeit zwischen euch aufgeteilt? Wer hat welche Stärken einbringen können?

Leonie: Daniela kam mit der Idee auf mich zu und kümmerte sich komplett um die Erstellung, Grafik und Layout. Ich habe erst am Ende noch mal ein bisschen an den Texten geschliffen und versuche übrigens nach wie vor, das E-Book bei iBooks zu veröffentlichen. Apple hat da seine Hürden, keine Frage …

Daniela: Das Layout war dank Vorlage nicht so kompliziert. Leider gibt es viele unterschiedliche Formate und so mussten wir einige optische Änderungen vornehmen.

Euer E-Book gibt es für Android- und iOS-Smartphones und Tabletcomputer. Es sieht auch noch sehr professionell aus. Welche Tools habt ihr für die Erstellung genutzt?

Leonie: Was die Erstellung betrifft, kann Daniela sicher mehr sagen. Zum Veröffentlichen braucht man außerdem das Programm iTunes Producer – wenn es denn dann funktioniert …

Daniela: iBooks Author, ist kostenlos bei Apple downzuloaden und auch direkt und recht intuitiv zu bedienen. Wenn alles bei Apple bleiben kann, kann so ein Booklet sicher innerhalb weniger Stunden toll gemacht werden. Weiters ist ein Programm für die Erstellung eines ansprechenden PDF-Dokuments notwendig, etwa Indesign.

Ich kenne aus der Spieleentwicklung, dass man bei einem Projekt auch Fehler macht oder noch mal die Richtung ändert. Könnt ihr sagen, was man vielleicht vermeiden kann, wenn man selbst ein E-Book veröffentlichen möchte?

Leonie: Vielleicht nehmen wir uns beim nächsten Mal ein bisschen mehr Zeit, weil wir nun wissen, dass die Einreichung bei iBooks mehrere Tage in Anspruch nehmen kann. Andererseits haben wir ein kostenloses, schönes, kleines Endprodukt und haben dies zum ersten Mal und nach bestem Wissen erstellt.

Je mehr Zeit jedoch so ein E-Book benötigt, desto mehr muss man sich am Ende dann auch Gedanken zur Monetarisierung machen. Geld zu verdienen stand für uns hier nicht im Vordergrund, wir haben keine Werbung im E-Book, es sind schöne, sauleckere Rezepte für Familien. Wenn man aber für ein E-Book originären Content erstellt, macht es Sinn, irgendwann auch über die Finanzierung nachzudenken. Aber das wollten wir mit diesem Booklet auf keinen Fall.

Eine Hürde die wir nicht bedacht hatten: Nur, weil ein E-Book bei iBooks toll aussieht, muss das nicht heißen, dass es bei Android auch so hübsch und gleichermaßen benutzerfreundlich ist. Tatsächlich mussten wir am Ende zwei Versionen machen, außerdem lassen wir derzeit ein PDF durch eine Grafikerin erstellen, weil Apple dies aus Lizenzgründen nicht mehr anbietet und alle kostenlosen Tools aus dem Web ein miserables Ergebnis angezeigt haben.

Daniela: Ja, Zeit! Unbedingt. Wir – ich! – haben hier den saisonalen Druck unterschätzt! Eis muss im Sommer gemacht werden, die Idee zu Eis, Eis Baby kam etwas zu spontan. Wie Leonie sagt, für umfangreichere Projekte muss man sich schon Partner suchen, damit die Balance erhalten bleibt. Der Aufwand unterschiedliche Formate anzubieten ist bei E-Books recht groß, denn für Amazon beispielsweise bräuchte man noch ein anderes…

Für mich ist es ein schönes Projekt mit großem Lerneffekt und ich bin jederzeit bereit es zu wiederholen!

Vielen Dank für dieses Interview.

Warum findet sich dieses Thema auf pixlpop.de? Ich bin selbst Papa, publiziere beruflich sehr viel, interessiere mich für Tech-Themen sowie das eigenständige Produzieren von Medien. Und ich habe vor einigen Jahren auch noch mit Leonie gearbeitet. Schon deshalb verfolge ich ihre Aktivitäten als erfolgreiche Bloggerin sehr gern. Darüber hinaus habe ich im letzten Sommer selbst ein Rezept für sojafreies Schokoeis für unseren kleinen Sohn ausprobiert, da er auf Soja und Haselnüsse allergisch reagiert. Und suche immer mal wieder nach Ideen für selbst gemachtes Eis. 

Mein erstes Mal: Die NewsApp Quartz im Test

Februar 24th, 2016 - 
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Seit Anfang Februar gibt es die News-App für das iPhone der amerikanischen Tech-News-Seite Quartz. Bisher hatte ich Quartz deshalb auf dem Schirm, weil die Webseite besonders modern und sexy aufgemacht war. Es gab von Beginn an ein sehr reduziertes Design und die MacherInnen waren früh dabei, neue Werbefirmate zu testen.

Nun teste ich seit einigen Tagen die App, die News im Messenger-Stil präsentiert. Faktisch ähnelt die Art der Präsentation einem WhatsApp-Interface. Nur eben mit einem automatischen Chatpartner (auch Bot genannt), der mich begrüßt und eine erste Nachricht präsentiert: Eine Schlagzeile reißt das Thema an und das System fragt mich, ob ich mehr dazu wissen möchte. Eine IF-THEN-ELSE-Schleife – das erinnerte mich an meine alten Skills der Basic-Programmierung von anno 1857.

Entscheide ich mich für „mehr“, liefert mir der Bot eine Zusammenfassung des Beitrags in mehreren Chatnachrichten. Entscheide ich mich dagegen, bekomme ich eine weitere Meldung vorgeschlagen.

EMOTIONALISIERUNG

Dabei simuliert die App das Schreiben der News, wie man es aus den Messenger-Apps von Facebook, WhatsApp oder iMessage kennt. Der Bot wird damit als interagierendes Individuum emuliert und die Nachricht subtil emotionalisiert. Mit wenigen Mitteln entsteht der Eindruck einer direkten Verbindung zu einer „Person“ – clever gemacht.

GAMIFICATION

Natürlich dürfen auch kleine Gamification-Elemente nicht fehlen. So stellt das Sytem auch eine Frage zur empfohlenen Meldung oder bietet ein Emoticon, um die Zustimmung des Nutzers zu bekommen. Interaktion in einfachster Art und Weise.

Räumt man der App die Freigabe ein, dass sie einen über Neuigkeiten informieren darf, hat sie mich bisher ca. drei Mal am Tag auf Themen hingewiesen – dezent und trotzdem mit einem knackigen Teaser, der Interesse weckt.

MACH MICH AUS!

Bei einem Test fand ich einen Punkt besonders interessant. Ich nutzte die App intensiv und forderte permanent weitere News an. Nach ca. fünf oder sieben Beiträgen kam die Info, dass ich nun alle Themen gelesen hätte und gern später noch mal vorbeischauen könne. Spannend: Eine App bzw. ein Medienprodukt empfiehlt das Ende der eigenen Nutzung. Das kannte ich bisher nur von Kika und Bernd das Brot. Oder von Peter Lustig – R.I.P.!

MONEY MONEY MONEY

Natürlich stellt sich wieder die Frage nach der möglichen Monetarisierung. Die ist schnell beantwortet: Bei mir tauchte gelegentlich die Werbung der Automarke Mini auf. Ein Fingertip auf das Bild führte mich dann jedoch raus aus der App – also ein klassisches Display-Ad-Format.

Abstrahiert man jedoch den oben beschriebenen Prozess des Nachrichtenkonsums auf das Anzeigenthema, wird schnell klar, welches Potenzial in der Art des Medienkonsums liegt. Man könnte innerhalb der Quartz-App die komplette Abwicklung eines Informations- und Kaufprozesses abwickeln. Das ist dann die konsequente Verbindung aus Werbung und Abverkauf. Oder um es anders zu sagen: Freunde mit Buzzword-Bingo-App können jetzt die Begriffe ‚Storytelling‘, ‚Content Marketing‘, ‚Native Advertising‘, ‚Conversion‘ und ‚Mobile Commerce‘ wegtippen. Abgehakt!

UND NUN?

Quartz ist ein spannender Versuch, die Mediennutzung dem Messengerzeitalter und der „Snackable News“ anzupassen. Alles funktioniert einfach, schnell und sorgt für einen konsequenten Fokus auf das Nutzen von Inhalten. Für Menschen, die noch mit gedruckten Zeitungen aufgewachsen sind, dürfte das oben beschriebene Szenario natürlich etwas fremd klingen. Ist es aber nicht. Eine solche mobile Anwendung wird nicht alle NutzerInnen überzeugen können. Quartz zeigt jedoch, wie man ein aktuell sehr übliches Kommunikationsverhalten, die intensive Nutzung von Messengern, für Medien adaptieren kann.

Denkt man das mal konsequent weiter, könnte Quartz das WhatsApp für News werden – also eine Plattform werden und nicht nur eine Medienmarke sein. Gleichzeitig könnte eine passende Schnittstelle bei den Messengern eine sinnvolle Ergänzung sein, um Quartz-Inhalte in WhatsApp-, iMessage- oder Facebook-Messengern zu konsumieren.
Am Backend dürfte Quartz Daten zum Nutzungsverhalten der LeserInnen sammeln und somit langfristig eine gute Basis für das Ausspielen von personalisierten News und Werbung aufbauen können. Entsprechende Buzzwords können sie nun in Ihrer Bingo-App ebenfalls abstreichen.

Schaut man sich die Möglichkeiten für die Contententwicklung an, bieten sich ebenfalls schöne Ideen an. Das System kann mit multimedialen Inhalten bespielt werden und die Chatfunktion bietet zusätzlich weitere Ideen für textbasierte Quiz-Spiele. Was ich persönlich ganz sexy finde.

UND DIE NEWS?

Thematisch ist das Spektrum breit. Bisher bot mir der Bot nur wenig harte Themen. Es waren eher techlastige Inhalte. Das passt zu Quartz, macht die App für mich aber bisher nicht zur Konkurrenz zu anderen News-Seiten, die ich sonst konsumiere. Allerdings addierte sie mir doch erste Erkenntnisse dazu. So wusste ich bisher nicht, dass der Film „War Game“ großen Einfluss auf die Cyber-Sicherheit amerikanischer Militärnetzwerke und Ronald Reagan hatte. Quartz präsentierte mir die Story der New York Times.

-> NACHTRAG

Als dieser Text bereits geschrieben war, nutzte ich die erneut. Es gab keine neuen News, ABER die App bot mir ein kleines Quiz an. Siehe Screenshots.

Was ich bisher nicht testen konnte: Quartz soll auch auf der Apple Watch funktionieren, die ich bisher jedoch nicht besitze.



Podcast-Tipps

Juni 9th, 2015 - 
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Heute Morgen bin ich irgendwo im Internet über die Podcast-Tipps der Bahn gestolpert. Die BloggerInnen der Deutschen Bahn nennen sie „Zwölf empfehlenswerte Podcasts für Pendler“. Einige kenne ich bereits, mein Liebling ist jedoch der ARD Radio Tatort. Gegen Mitte des Monats wird jeweils ein etwa einstündiges Krimi-Hörspiel veröffentlicht, produziert von den verschiedenen ARD-Radiostationen.

Darüber hinaus kann ich selbst noch „das ARD radiofeature“ empfehlen. Es beinhaltet jeden Monat eine sehr aufwendig produzierte Investigativ-Reportage.

Wie lauten Deine Lieblingspodacsts? Ich freue mich über weitere Podcast-Empfehlungen in den Kommentaren.

Podcast – Folge 2

Juni 6th, 2015 - 
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Konstantin (von Großeköpfe) und ich haben noch keinen richtigen Namen für unseren Podcast, aber immerhin schon die zweite Folge aufgenommen.

In dieser Ausgabe geht es um das Bild oben und um Westberlin bzw. um unser Bild als Ostberliner über Westberlin und wie es entstanden ist.

Wohl bekomms!

Konstantin und ich – wir freuen uns auf Feedback. Eventuell gibt es ja auch Fragen, die wir in einer der nächsten Folgen beantworten könnten?

Vessel, braucht es das noch ein neues Videoportal?

April 11th, 2015 - 

vessel.com ist ein neues Videoportal für – naja ich würde mal sagen – mobile Endgeräte. Ich bin tatsächlich ganz simpel über einen Instagram-Videopost der amerikanischen Talkshow-Moderatorin Ellen DeGeneres darauf aufmerksam geworden. Sie warb damit, dass man über eine Anmeldung über ihren Link das erste Jahr kostenlos nutzen könnte. Das hab ich doch glatt mal genutzt, so for free.

Ich habe mich über den Desktop registriert und dann die App für mein iPhone installiert, um mir das ganze Ding mal von innen anzuschauen. Die Menüführung beim ersten Einstieg erinnert an soziale Netzwerke, wie Twitter. Man bekommt eine Vorauswahl und soll gleich ein paar Themen und VideomacherInnen folgen.

Letztendlich sieht es so aus, als würde Vessel auf der Youtube-Welle schwimmen. Denn die Video-Inhalte wirken nach dem ersten Schauen zwar recht hochwertig, aber ich würde mich nicht wundern, wenn ich sie auch über Youtube finden würde. Einen kurzen Check später bestätigt sich die Vermutung gerade, denn die wirklich fein gemachte Apple Watch Review von Nilay Patel für theverge.com finde ich natürlich auch auf Youtube bzw. auf der Webseite des Onlinemags selbst.

YouTube Preview Image

Was kann mir also Vessel wirklich bieten, und das auch noch kostenpflichtig? Im ersten Schritt vermutlich nicht viel. Genau deshalb wird das Marketingteam vermutlich auch Celebrities wie Ellen DeGeneres einsetzen, um die Werbetrommel für ein erstes kostenloses Jahr zu rühren. So erspart mir Vessel also nur das unübersichtliche Überangebot von Youtube, wo ich eh kaum etwas finde. Vielleicht weil ich mit knapp 39 immer noch Bewegtbild gern serviert bekomme, anstatt danach zu suchen.

Zukünftig könnte es also interessant sein, ob Vessel nur ein Filter oder Destillator für andere Videoportale, wie Youtube und Vimeo, sein wird. Oder ob sich das Unternehmen auch eigene ContentlieferantInnen aufbaut und entwickelt. Für mich wäre meine eigene Faulheit, nach gutem Content zu suchen, ausreichend genug, um vielleicht im zweiten Jahr einen gewissen Geldbetrag für diesen Video-On-Demand-Service zu bezahlen.

Das eigentliche Problem am #HuffPo-Bashing?

Oktober 13th, 2013 - 

JournalistInnen scheinen mehrheitlich nicht in der Lage zu sein, neue Themen – in ihrer eigenen Branche – sachlich und souverän einzuordnen, zu analysieren und fundiert aufzubereiten. So kommentieren zahlreiche BranchenkennerInnen das Thema mit Häme, wünschen ihren KollegInnen bei der Huffington Post baldiges Scheitern und sehen BloggerInnen mehrheitlich als „ungelernte“ Schreiberlinge, von denen man keine Qualität erwarten könne.

JournalistInnen sind aber sehr gut darin, Mutmaßungen über drastische Veränderungen in anderen – ihnen eigentlich fremden – Branchen zu kommentieren, dramatische Einordnungen vorzunehmen und die eigennützigen Verlautbarungen von AnalystInnen als seriöse Statements zu verkaufen.

Bestes Beispiel dafür: Apple. Da werden Spekulationen höchster Güte auf seriösen Plattformen schon in den Überschriften als Fakten verkauft – immer wieder. Aus eigener beruflicher Erfahrung hätte ich bei Bedarf noch die Beispiele Elektromobilität, Windenergie und digitale PR, Entertainment parat – wenn die kurze Ausführung zu Apple nicht reichen sollte.

Und genau diese Medien bzw. diese JournalistInnen wollen der HuffPo die Daseinsberechtigung schon beim Launch absprechen? Qualität ist offenbar ein sehr relativer Begriff.

Zum Thema Qualität im digitalen Zeitalter gehört für mich ganz klar die Einordnung und Aufbereitung von Themen, sowie das Zusammenführen und Verknüpfen von Inhalten im Netz. Diese Qualität sieht dann bei den „alten“ Onlinemedien gern mal so aus: Ein Thema, das sich in den Blogs seit einigen Tagen ausbreitet, wird schlampig aufbereitet, auf der Webseite des eigenen Qualitätsmediums veröffentlicht und den LeserInnen werden die wesentlichen Quellen (Links) zu den Hintergründen der Geschichte nicht genannt. Nicht einmal in der Form von Fußnoten, wie es die Mehrzahl studierter JournalistInnen aus dem eigenen Studium gewohnt sein dürfte. Und warm? Weil der Traffic dann auf die externen Links geleitet würde – die vermeintliche Konkurrenz der qualitätsschwachen BloggerInnen könnte ja davon profitieren. Diese alte Verlegerdenke haben die selbständig denkenden JournalistInnen übernommen und führen sie fort, ohne sie zu hinterfragen – so scheint es zumindest.

Bisher habe ich keine sinnvolle Einordnung in Sachen HuffPo gefunden, die vor allem die Spannbreite des „Für & Wider“ näher ausführt und das Modell genauer beleuchtet. Wer erklärt die Vor- und Nachteile, Chancen und Risiken – also die eventuellen Auswirkungen für LeserInnen und die Branche? Auch fehlt mir bisher eine echte Hintergrundrecherche mit den Miss- bzw. den Erfolgen der weiteren internationalen Ausgaben der HuffPo und der dort schreibenden AutorInnen, BloggerInnen & JournalistInnen.

Um es kurz zu fassen: Am Beispiel der Huffington Post zeigen zahlreiche deutsche JournalistInnen mal wieder die Fratze ihrer Borniertheit und Bequemlichkeit.

PS: Gerne lasse ich mich in den Kommentaren gern auf gute Texte zum HuffPo-Thema ein.

Content Marketing? Da gibt es doch auch was von … – oder?

Mai 28th, 2013 - 

Meine Kollegin Nicole Storch hat kürzlich einen feinen Beitrag geschrieben, zum neuen Thema Content Marketing für das von mir verantwortete medienrot.de. Weil der Text immer noch gut klickt, will ich ihn noch mal verlinken.

Digitales Publizieren, Update #1

Januar 8th, 2013 - 

Da ich selbst seit 15 Jahren in den Medien arbeite und schon seit 1995 im Netz „herumdaller“, interessiert mich natürlich permanent, was auf dem Medienmarkt passiert. Vor dem Hintergrund versuche ich vor allem das Thema Publizieren zu beobachten. Und weil ich in erster Linie ein Digitaler bin, finde ich insbesondere die Möglichkeiten digitaler Publikationen besonders spannend. Mit der kleinen, unregelmäßigen Reihe „Digitales Publizieren“ möchte ich gern ein paar Links und Themen immer mal aufgreifen und als Lesetipps weitergeben. Wenn eine Diskussion rund um die Beiträge entsteht, um so besser.

Kurze Begriffsklärung: digitales Publizieren umfasst für mich sowohl Fotos, Videos, Audios, Texte und was auch immer da noch an Möglichkeiten kommen mag. Für mich ist in erster Linie wichtig, dass die Inhalte auf digitalen Wegen zu den KonsumentInnen kommen.

Fangen wir also mit der ersten kleinen Linkliste an.

Nix banales Männermagazin, sondern Papizine: Ein Magazin für Männer die auch Papas sind, genau das will Medienmann Thomas Gigold aufmachen. Er lädt weitere Blogger (und Bloggerinnen???) dazu ein. Ziel: Eine Mischung aus Onlinemagazin mit monatlichem Themenschwerpunkt und einem Blog.
gigold.me >>

Paid Content im Check: Die mobilen Apps der Großen: Thomas Knuewer, bekanntlich Printkritiker, hat sich die mobilen Apps der großen Print-Magazine und Tageszeitungen zur Brust genommen und lässt vorrangig die User sprechen. Die Verlagsprodukte kommen dabei selten gut weg.
indiskretionehrensache.de >>

Grüne EU-Abgeordnete findet soziales Teilen weniger gut: Die Europaabgeordnete Helga Trüpel findet selbst die amerikanische Fair-Use-Regelung nicht passend. Leonhard Dobusch von netzpolitik.org ordnet Trüpels Aufsatz in der Frankfurter Rundschau in die aktuellen Diskussionen um Urheberrechte & Co ein.
netzpolitik.org >>

Soziales Teilen – ein paar rechtliche Anmerkungen für mehr Rechtssicherheit: Rechtsanwalt Dr. Carsten Ulbricht hat „Richtlinien für mehr Rechtssicherheit beim Teilen auf Facebook , Google+ & Co“ zusammengetragen. Die Tipps zu lesen, kann sicherlich nicht schaden.
rechtzweinull.de >>

spreeblick.com – Nachklapp zu „2013 – Das Web zurückerobern“: Netz-Supermensch Johnny Haeusler hat kürzlich einen feinen Artikel über das gute alte Internet jenseits von sozialen Netzwerken geschrieben und wie wir es uns zurückerobern sollten. Jetzt hat geht er auch auf die vielfältigen Reaktionen zu seinem Beitrag ein.
spreeblick.com >>