03. Oktober 2015

Oktober 3rd, 2015 - 

Im S-Bhf. Friedrichstraße prügelt sich eine Dame jenseits der 60 mit einer ganzen Familie darum, wer nun zuerst aus dem Fahrstuhl zum WC-Center ein- oder aussteigen darf. Am Ende weinen zwei verstörte kleine Kinder. Ein älterer Herr ruft der Rentnerin hinterher: “Du Fotze!”

Zur gleichen Zeit duftet es unten im WC-Center nach künstlichem Lavendel und liebliche Fahrstuhlmusik klingt von der Klodecke.

#berlintales no.43

Dezember 18th, 2013 - 

Sonntag. Am Brunchbuffet in einem Restaurant.

-“Wie ist das jetzt eigentlich, du bist jetzt Vegetarier oder Veganer?”

+”Veganer, nicht Vegetarier! Also zuhause ernähre ich mich vegan. Und draussen ess ich alles.”

#berlintales no.42

Dezember 3rd, 2013 - 

Stewardess freundlich: “Wir begrüßen Sie recht herzlich zu unserem Flug mit …”

Fluggast pöbelnd reinrufend: “JA JA zum Flug mit dieser Nuckelpinne hier!”

Stewardess freundlich: “Tja, kleiner Penis, kleines Flugzeug.”

Dialoge, die ich mir auf Flughäfen wünschen würde, Teil 1.

#berlintales no.41

November 16th, 2013 - 

In einem Einkaufszentrum.

Junge zu seinem Vater: “Papa, hast du das Mädchen im Auto gesehen, die sah voll gut aus!”

Vater erklärend: “Schatz, das ist kein Auto, die ist behindert.”

Besagtes Mädchen fuhr in einem flotten E-Rolli durch die Ladenstrasse.

 

Ohne Worte.

#berlintales no.40 – Rasterfahndung

Oktober 24th, 2013 - 

Auf einer längeren Autoreise durch etwa vier Länder wurde unser Auto nur ein einziges Mal angehalten und kontrolliert.

Nach einigen Minuten, erfolgter Personenkontrolle durch Abgleich der Meldedaten über Funk und Rechner, wer bisher das Auto gefahren sei etc. :

– Beamter: “Ich habe eine schlechte Nachricht für Sie. Ich habe heute leider kein Foto für Dich.  Sie dürfen weiter fahren. Haben Sie Drogen dabei, Amphetamine, Haschisch?”

*Kurzes Überlegen, ob man umverpackte Aspirintabletten aus dem Ausland in einem Marmeladengläschen im tiefsten Inneren des Handgepäcks unter Umständen missverstehen könnte, schnell ein nettes und lächelndes Unschuldsgesicht aufgelegt* : “Nein, wir rauchen nicht mal Zigaretten.”

– Beamter: “Sie müssen verstehen, wir haben Sie rausgezogen, Sie sind schliesslich aus Berlin, da kommt man an sowas leicht ran.”

*Lautloser gedanklicher Lachanfall, jetzt bloss beim Antworten zusammenreissen, sonst wird das nichts mehr mit der Fähre. Wir hinken eine halbe Stunde im Zeitplan zurück und wollen sicher nicht, dass die unser Auto und Gepäck auseinandernehmen, bloss weil du mal wieder nicht die Klappe halten kannst!* : “Ach ja, wo denn?”

– Beamter: ” Naja, das weiss man doch, in Kreuzberg, wo wohnen Sie denn, ist das weit weg von dort?”

– “Ja so eine halbe Stunde.”

– Beamter verabschiedet sich: ” Naja, in Bayern ist’s eh schöner, gell!”

*Jetzt bloss die Klappe halten, denk an die Fähre, den Urlaub!!!!*

Besagte einzige Personenkontrolle auf Grund von Aussehen und verdächtigem Berliner Kennzeichen fand während eines mehrwöchigen 4000km Trips innerhalb mehrerer EU-Länder statt – an der thüringisch-bayerischen Landesgrenze :))

 

‪#‎berlintales‬ no.39

Juli 19th, 2013 - 
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“Und? Was hast du gestern noch gemacht?”

“Gestern war super, du. Ich hatte noch ein Meeting am Abend und wir haben waaahnsinnig tolle Projekte besprochen. Bei mir geht da in nächster Zeit bestimmt richtig was.”

*räusper “Laut Facebook, Twitter, Instagram und GooglePlus warst du gestern im Sankt Oberholz?”

“Ja. Warum?”

“Na da ist doch schon die Entscheidung ein mittelgroßes Projekt, ob das nächste Getränk ein Latte Macchiato oder ein Cappuccino sein soll.”

#berlintales no. 32

Januar 15th, 2013 - 

Eine Taxibestellung zieht sich dieser Tage locker wie Gummistrumpf. Eine unmittelbare Ad-hoc-Berichterstattung soll an dieser Stelle der geneigten Leserschaft Aufschluss über die gesamtgesellschaftlichen Hintergründe geben.

Nach dem dann doch eine telefonisch georderte Kraftdroschke mein bescheidenes Anwesen erreichte, ich zustieg und dem Chaufeur mein Ziel mit Friedrichstraße angab, kam direkt von vorne links die Frage: “Fashionweek?”

Noch während ich versuchte die Frage einzuordnen, hörte ich mich antworten: “Nee, seh ich so aus?”

Der Fahrer schürzte die Lippen und musterte mich direkt im Rückspiegel. Es dauerte ca. eine Sekunde. In der Zeit schien der vollbärtige Endfünfziger mittels Telepathie den Katalog “Prototypen der Berliner Fahrgäste – Eine soziologische Clusterung anhand optischer Merkmale” vom Server der Taxizentrale herunter geladen und eine schnelle Suchanfrage gestartet zu haben. Dachte ich.

Die Antwort fiel deutlich banaler aus, als von mir erwartet: “Nee, dafür stehense zu jut im Futter, wa?!”

Anstatt der von mir wenig Beachtung geschenkten Lebensweisheit ‘Reden ist Silber, Schweigen ist Gold’ zu folgen, platzte es aus mir heraus: “War das eine Frage?! Was fällt Ihnen ein?! Das Jahr ist gerade mal 15 Tage alt und SIE erwarten von mir schon, dass mein Körper voll ‘in shape’ ist? Ich bin doch dran! Aber die Versuchungen des Alltags machen es mir echt schwer!”

Schnappatmung und Jappsen meinerseits …

“Und überhaupt! Warum sollte ich mich diesem faschistoiden Modediktat und Schlankheitswahn aussetzen?! Diese stakenden Modells werden doch alle weggeweht”, … und so weiter und so fort.

Nach seinem Gesichtsausdruck zu urteilen, war der Taxifahrer offenbar kurz davor Nüsschen, Popcorn und Bier rauszuholen, um meinem Impulsreferat über den sozialen Druck von uns Männern in der Gesellschaft zu lauschen. Das ließ mich stutzig werden. Und wenn ich stutzig werde, dann werde ich unsicher. Und wenn ich unsicher werde, dann dann … dann komme ich ins Stocken, meine Stimme überschlägt sich …

Ich fragte also den Fahrer mit aller hastig aufgeraffter Höflichkeit: “WAAAHAAAS?”

Die Hundertstelsekunde Pause, in der sich ein breites Grinsen in der Front meines Gegenübers formierte, war meine Zeit, um den Mann in die Fashion-Hölle zu wünschen.

Seine Auskunft war kurz und präzise: “Janz ruhisch Meista. Sie ham da nur nen Stück Nutella-Stulle im Bart.”

#berlintales no. 31

Januar 12th, 2013 - 

Wenn du in Neukölln manche Leute zu lange anschaust, dann fragen sie dich: “Alter, was guckst du so blöd? Willste eene druff?!”

Wenn du im Prenzlauer Berg manche Leute zu lange anschaust, kriegen sie Angst, rufen die Polizei, zeigen dich an und werden dich am Ende verklagen.

Zwei harte Welten, eine verrückte Stadt …

#berlintales no. 30

Januar 4th, 2013 - 

Gehste in nen teuren Herrenausstatter und willst dir nen anständigen Trenchcoat shoppen. Kiekste ne Weile, findeste nüscht.

Kommt der aalglatt gestylte Verkäufer rangeschlichen und fragt mit seuselnd-skeptischen Unterton: “Kann er dem Herrn eventuell weiterhelfen?”

Was antworteste da? Genau! “Er kann dem Herrn mal ein gepflegtes Stück Trenchcoat präsentieren, in dessen Taschen ein feines Ipad mini ganz bequem seinen Platz einnehmen kann.”

… zu anschließender Schnappatmung und roten Panikpusteln seitens des pomadierten Edel-Fashionisto ermuntert er Sie, den Arzt oder Apotheker Ihres Vertrauens zu konsultieren.

#berlintales no. 29

Dezember 21st, 2012 - 

Im kleinen Startup am Rande von Kreuzkölln …

Chief Check-Heini of Dingensbumens: “Boah ey, ich muss echt noch soo viel aufräumen. Ich will es Weihnachten schon ein wenig nett haben.”

Special-Social-Heinz gedankenverloren auf seinem iPhone wischend: “Ja, ich muss auch meine vielen Rage- und Rant-Accounts löschen. Inzwischen sind das so unfassbar viele geworden, da seh ich selbst nicht mehr durch! Und diese vielen Apps erst. Mein iPhone würde sich bestimmt freuen, wenn ich wieder mal ne Löschaktion mache.”