#berlintales no. 28

Dezember 21st, 2012 - 

Am Morgen fuhr die Mutti mit ihrem klapprigen Fahrrad ihren Sohn zur Kita. Der Junge saß unsicher auf dem kalten Gepäckträger und klammerte sich ängstlich an die Hüfte seiner Mom.

Leider fehlte ihr das Geld für den Kindersitz, denn ihre UGG-Boots für 299 Euro und ihr stylischer Fahrradhelm für 149 Euro hatten leider das vorweihnachtliche Familienbudget auf Grundsicherungsniveau sinken lassen.

#berlintales no. 27

Dezember 6th, 2012 - 

Drei Jungs in der S-Bahn.

-„Wo musst du dann hin?“

  • „Nach Erfurt.“

– „Erfurt?! Alter, das is‘ richtig im Osten! So wie Leipzig und Dresden. Da gibt’s Nazis und so!“

#berlintales no. 26

Dezember 5th, 2012 - 

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Was würde MacGyver tun, um seinen Apple-Laptop ohne Frostschäden durch den Berliner Winter zu transportieren?

Richtig, er würde mit dem Firefox-Browser ein Flash-Video aufrufen, was den Rechner richtig heiß laufen ließe. Dann würde er das erhitzte Gerät in eine Neoprentasche stecken und den dadurch bedingten Wärmestau nutzen, um das Macbook sicher durch die frierende Stadt zu tragen …

‎#berlintales no. 25

November 27th, 2012 - 

Morgens halbzehn in Deutschland. Ich betrete das Berliner Bezirksamt mit dem Vorsatz unter den MitarbeiterInnen des Hauses mit bedingungsloser Fröhlichkeit zu wüten.

Mit einem entwaffnenden Lächeln frage ich die Dame am Empfang nach den Zielkoordinaten des Ortes an dem die Übergabe meiner Papiere stattfinden soll. Meine bedingungslose Höflichkeit irritiert die Amtsfrau hinter ihrer Panzerglasscheibe.

Trotzdem erhalte ich meine Informationen zügig und erreiche kurz darauf die Tür, hinter der mir – ganz konspirativ im Einzelgespräch – meine Unterlagen überreicht werden sollen.

Vor dem Betreten der Amtsstube gehe ich vor dem geistigen Auge noch ein Mal meinen Einsatzbefehl durch. Dann höre ich das Einrasten des Magazins. Munition der Marke ‚erbarmungslose Höflichkeit‘ geladen. Check.

Nach meinem vorsätzlich devot klingenden Klopfen kann ich die Tür ohne jegliche Gegenwehr öffnen.
Mit entsichertem Lächeln und einem euphorischen „Guten Morgen“ im Anschlag betrete ich „Point Alpha“. Der zielsicher platzierte Schuss Eloquenz schaltet jeden Widerstand meines Gegenübers aus.

Jetzt geht alles ganz schnell. Kurze, höfliche Blicke und digitale Unterschriften werden getauscht. Die Zielperson händigt mir mit nervösen Gesten die Schriftstücke aus.

Meine Nebelgranate „Herzlichen Dank und einen schönen Tag noch für Sie“ erwidert die Person hinter ihrer Amtstheke nur mit einem zielosen „für Sie auch„. Ich sehe noch das Mündungsfeuer ihrer Stimme, doch der Sarkasmus peitscht nur als Querschläger durch den Raum.

Ich habe längst den Rückzug angetreten und tarne mich mit dem klassischen, missmutigen Berliner Alltagsgesicht. Ohne weitere Zwischenfälle kann ich das Einsatzgebiet verlassen.

Draußen – ein erleichtertes Durchatmen meinerseits.

Mission accomplished. Ich bin jetzt wieder ein ordentlich deutscher Staatsbürger mit Reisepass und Personalausweis.

#berlintales no.24

November 14th, 2012 - 

„Du, der Satz hier ist ganz okay.“
„Nur okay?“
„Naja, für Twitter reicht er auf jeden Fall.“

#berlintales no.23

November 14th, 2012 - 

Durchsage eines S-Bahn-Lokführers:

„Samma, jehts noch?! Sehr geehrte Damen und Herren, aufgrund des Wunsches eines einzelnen Fahrgastes verzögert sich die Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit.“

„Danke, es geht weiter.“

#berlintales no.22

November 12th, 2012 - 

„Und? Was machst du heute am Abend?“
„Ich gehe mit Freunden zu einer sehr speziellen Party. Da legen Vinyl-DJs auf.“
„Ihr Hipster seid euch aber auch für keinen Fetisch zu schade!“

#berlintales no.21

November 12th, 2012 - 

„Du entschuldige bitte du. Aber am Freitagabend ist mir das echt zu intellektuell.“
„Hmpf!“
„Komm! Scheiß auf Rotwein! Wir ziehn uns jetzt nen Korn beim Späti.“

#berlintales no.19

Oktober 23rd, 2012 - 

Und dann … dann gab es noch diese Internetprominenz. Das waren so Menschen, die was mit Medien machten. Sie galten als die It-Girls & It-Boys der digitalen Gesellschaft.

Diese Webpromis heirateten dann und zelebrierten ihre Hochzeitsfeier mit Live-Berichterstattung auf Facebook, Twitter und Instagram. Sie gaben ihrem ganz persönlichen Event ein eigenes Hashtag, weil sie ihrer Entourage das Vernetzen vereinfachen wollten.

Sie konnten auf Artikel in der BRAVO, in BUNTE oder BILD verzichten. Dort fanden eh nur noch diese extrovertierten C-Promis mit ihren Homestories und peinlichen Hochzeitsbildern statt.

#berlintales no.17

Oktober 14th, 2012 -