Die Qual der Wahl

September 16th, 2016 - 

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Ich hab schon gewählt, jetzt seid ihr dran! Für alle späten Unentschlossenen gibt es die Wahlprogramme, Wahlomat und Kiezüberblick ganz gut aufgemacht beim Tagesspiegel .

Auch wenn ich in Berlin seit knapp zwei Jahren beinahe nur noch einen Koffer stehen habe, möchte ich doch gern ein Sternenstäubchen mitentscheiden, in welche Richtung sich mein Kiez, meine Stadt, mein Heimatland bewegt. Wenn es daneben geht, habe ich es immerhin versucht. Wählen zu können ist in anderen Orten dieser Erde immer noch ein wortwörtlich hart erkämpftes Recht. Und wenn man nicht oder ungültig wählt? Auch live erlebt. Zum einen war ich in früheren Jahren mehrmals Wahlhelfer und habe mich damals schon gefragt, wieso jemand ins Wahllokal kommt, um dann Kraftausdrücke und sonstiges Gekritzel auf dem Stimmzettel zu verewigen. Dieses Jahr habe ich das Nichtwählen live bei Kollegen erlebt: erst den Brexit-Wahlumschlag liegen gelassen und hinterher die altbekannte „Oh hätte hätte Fahrradkette“-Ode gesungen.

Meine Kreuzchen setze ich auch, weil mich Menschen im Ausland auf Bautzen und Mecklenburg-Vorpommern ansprechen.

Berlin ist nicht einfach, aber hoffentlich können wir wenigstens das etwas besser.

Übrigens

Juni 25th, 2016 - 

…während Europa mit EM, Brexit und anderen Krisen beschäftigt ist, winkt unsere Regierung im Expressverfahren ein neues Anti-Terror-Gesetz durch.

Schnell noch Tarnkappen und SIM-Karten kaufen ?

Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen

April 24th, 2016 - 

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Discounterangebote der etwas anderen Art. Wenn das Wochenbudget für Lebensmittel knapp ist und nicht für den normalen Einkauf reicht, gibt es halt für die Familie nur Champagner und Kirschtomaten. Auch wenn Marie-Antoinette das mit dem Kuchen wohl nie so gesagt hat.

Hilfe, die Europäer kommen!

Oktober 18th, 2015 - 

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Der gleiche rechte Mist aus einer anderen Parteiperspektive. Schwarze bösartige EU-Männchen wollen der armen holden blonden Schweizer Maid an den Kragen und ihr die Freiheit rauben. Bei den heutigen Schweizer Parlamentswahlen wird leider ein „Rechtsrückli“ erwartet.

03. Oktober 2015

Oktober 3rd, 2015 - 

Im S-Bhf. Friedrichstraße prügelt sich eine Dame jenseits der 60 mit einer ganzen Familie darum, wer nun zuerst aus dem Fahrstuhl zum WC-Center ein- oder aussteigen darf. Am Ende weinen zwei verstörte kleine Kinder. Ein älterer Herr ruft der Rentnerin hinterher: „Du Fotze!“

Zur gleichen Zeit duftet es unten im WC-Center nach künstlichem Lavendel und liebliche Fahrstuhlmusik klingt von der Klodecke.

Wir sind out

Juni 12th, 2015 - 

Jetzt steht schon im SPON und in englischen Blättchen, dass Berlin nicht mehr hip ist. Und alle so yeah!

fuppes

Juni 26th, 2014 - 
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auf den ohren arcade fire
zu fuß durch die stadt,
die an mir vorbeihastet

menschen im fast-forward-modus
drängeln, lachen lauter, aufgeregter

mädchen kichern, jungs grölen
die mutter treibt die kinder heim
der mann hastet mit sixpack aus dem späti

schlecht sitzende shirts sollen identität spendieren
endorphine und adrenalin wabbern durch die luft

die hupen klingen gereizter
die glocken patriotischer
fahnen buhlen um aufmerksamkeit
umd markieren ein revier

… nach dem anpfiff …
gespenstische stille.

fußball, du dreckige macht spielst ein heuchlerisches stück.

Public Viewing

Juni 23rd, 2014 - 

Sollen doch andere zum offiziellen WM-Public Viewing an die Copacabana gehen…. Wer jetzt denkt, jeder der in Brasilien bei oder fuer die WM arbeitet, verbringe seine Tage genau hier, weit gefehlt. Das ist einer dieser sorgfaeltig ausgewaehlten Selfie-Facebook-Momente à la“Kuckt mal alle her was ich gepostet habe, tolles Leben, was?!“ Der Rest ist verdammt unglamouroes. Und findet abseits von Strand, Stadion und Sightseeing in fensterlosen Grossraumbueros statt. Nach dem Match ist vor dem Match, jeden Tag.

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Facebook vs. Real Life Strandleben :)

Wirtschaftsaufschwung macht fett?

Juni 21st, 2014 - 

Momentan wird man von allen Seiten zugeballert mit Stories ueber brasilianische Strandschoenheiten in knapper Kleidung an der Copacabana oder Ipanema. Jungs und Maedels da draussen, lasst euch nichts einreden!

Die beiden Straende sind in etwa so toll wie ein All-inclusive-Urlaub in Riminis Bettenburgen und diese vielzitierten Augenweiden flanieren zwar dort aber man muss auch ganz schoen suchen. Die Haelfte der Brasilianer ist naemlich einfach mal ordentlich uebergewichtig. Kugelbaeuche und ausladende Hinterteile fuer die man in Europa kaum Klamotten findet so weit das Auge reicht. In etwa so sexy wie Cindy aus Marzahn oder Ronaldo fuenf Jahre nachdem er mit dem Spielen aufgehoert hat. Nicht sexy und rund sondern extrem ungesund. Was einen bei den brasilianischen Essgewohnheiten nicht weiter wundert – da klatschen Kohlehydrate, Fett, Zucker und Fastfood fast taeglich in die Haende. Wobei das hier nicht als Kritik an selbigen Menschen gedacht ist, sondern an der selektiven Darstellung. Als wuerden lecker Surfer mit Waschbrettbaeuchen und exotische Maedels mit Knackaerschen in Brasilien auf Baeumen wachsen. Sorry, dass ich jetzt ein paar Traeume kaputt gemacht habe. Wollte ick nur mal jesacht haben. Horst kann weiter gemuetlich im ausgeleierten Unterhemd sein Pils beim naechsten Schlandspiel kippen und seine Elfriede muss sich keinen Bikini kaufen um Schnittchen zu servieren.

Coucou!

Juni 15th, 2014 - 

Eigentlich wollte ich diesen Blog mit diversen Artikelchen und Fotos als Expat in Paris bestuecken. Zum Beispiel wie chic und teilweise zu Tode gentrifiziert einige Stadtteile sind, dass einem in Berlin angst und bange werden kann. Oder der Frage nachgehen, ob die Pariser im Durchschnitt alle so duenn aussehen, weil nicht nur das Essen so teuer ist? Ueber 11qm WG-Zimmer fuer 700 Euro oder 19 qm 1-Raumwohnungen und viel zu enge Buergersteige. Was wiederum vielleicht dazu fuehrt, dass draussen Cafès, Bistros und Restos proppevoll sind?

Darueber, dass der Pariser Hipster keine Jutebeutel traegt, Anoraks oder Turnschuhe, sondern Maentelchen, grosse Schals, teure Handtaschen und Absatz. Ueber das Geruecht, dass Franzosen einen nicht verstehen wollen, wenn man kein oder nur schlechtes Franzoesisch spricht, was sich nicht bewahrheitet hat. Ueber die tolle Kunst-und Streetart Szene, ghettoisierte Stadtviertel und trotzdem irgendwie mehr Integration im Stadtbild als in Deutschland. Ueber das U-Bahnfahren, was taeglich einem gratis Rugby-Training gleichkommt, weil die Metro aus allen Naehten platzt. Ueber U-Bahntickets und Restaurantschecks, die ein Unternehmen ihren Mitarbeitern ausgeben muss, sobald es eine bestimmte Anzahl an Angestellten hat.

Darueber, wie klein das eigentliche Paris ist und alle dem Charme einer Stadt hinterhersuchen, die es wahrscheinlich nur bis in die Zwanziger oder Siebziger gab. Darueber, dass Paris Berlin toll findet und andersherum. Wie wenig Rollstuhlfahrer, Kinderwagenschieber oder Radfahrer man im Vergleich zu Berlin sieht. Darueber, dass dauernd irgendwo gegen etwas demonstriert und gestreikt wird, sich die Franzosen aber eben Dinge wie eine 35h-Woche-darueber gibt-es-Aufschlag-im-Stundenlohn durch Proteste und demokratische Prozesse erarbeitet haben. Und jetzt trotzdem die Front National ins Europa-Parlament eingezogen ist. Darueber, dass man sich staendig fragt, wie sich ein Normalsterblicher diese Stadt leisten kann und wie erschreckend viel Armut und Dekadenz sichtbar ist. Wieviel Spass es macht, diese Stadt zu entdecken. Aber irgendwie hatte ich so viel mit dem analogen Entdecken zu tun, dass ich nicht zum Bloggen/Schreiben gekommen bin. Und jetzt bin ich leider schon wieder weg. Tschuldigung.