Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen

April 24th, 2016 - 

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Discounterangebote der etwas anderen Art. Wenn das Wochenbudget für Lebensmittel knapp ist und nicht für den normalen Einkauf reicht, gibt es halt für die Familie nur Champagner und Kirschtomaten. Auch wenn Marie-Antoinette das mit dem Kuchen wohl nie so gesagt hat.

Hilfe, die Europäer kommen!

Oktober 18th, 2015 - 

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Der gleiche rechte Mist aus einer anderen Parteiperspektive. Schwarze bösartige EU-Männchen wollen der armen holden blonden Schweizer Maid an den Kragen und ihr die Freiheit rauben. Bei den heutigen Schweizer Parlamentswahlen wird leider ein „Rechtsrückli“ erwartet.

03. Oktober 2015

Oktober 3rd, 2015 - 

Im S-Bhf. Friedrichstraße prügelt sich eine Dame jenseits der 60 mit einer ganzen Familie darum, wer nun zuerst aus dem Fahrstuhl zum WC-Center ein- oder aussteigen darf. Am Ende weinen zwei verstörte kleine Kinder. Ein älterer Herr ruft der Rentnerin hinterher: „Du Fotze!“

Zur gleichen Zeit duftet es unten im WC-Center nach künstlichem Lavendel und liebliche Fahrstuhlmusik klingt von der Klodecke.

Wir sind out

Juni 12th, 2015 - 

Jetzt steht schon im SPON und in englischen Blättchen, dass Berlin nicht mehr hip ist. Und alle so yeah!

fuppes

Juni 26th, 2014 - 
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auf den ohren arcade fire
zu fuß durch die stadt,
die an mir vorbeihastet

menschen im fast-forward-modus
drängeln, lachen lauter, aufgeregter

mädchen kichern, jungs grölen
die mutter treibt die kinder heim
der mann hastet mit sixpack aus dem späti

schlecht sitzende shirts sollen identität spendieren
endorphine und adrenalin wabbern durch die luft

die hupen klingen gereizter
die glocken patriotischer
fahnen buhlen um aufmerksamkeit
umd markieren ein revier

… nach dem anpfiff …
gespenstische stille.

fußball, du dreckige macht spielst ein heuchlerisches stück.

Public Viewing

Juni 23rd, 2014 - 

Sollen doch andere zum offiziellen WM-Public Viewing an die Copacabana gehen…. Wer jetzt denkt, jeder der in Brasilien bei oder fuer die WM arbeitet, verbringe seine Tage genau hier, weit gefehlt. Das ist einer dieser sorgfaeltig ausgewaehlten Selfie-Facebook-Momente à la“Kuckt mal alle her was ich gepostet habe, tolles Leben, was?!“ Der Rest ist verdammt unglamouroes. Und findet abseits von Strand, Stadion und Sightseeing in fensterlosen Grossraumbueros statt. Nach dem Match ist vor dem Match, jeden Tag.

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Facebook vs. Real Life Strandleben :)

Wirtschaftsaufschwung macht fett?

Juni 21st, 2014 - 

Momentan wird man von allen Seiten zugeballert mit Stories ueber brasilianische Strandschoenheiten in knapper Kleidung an der Copacabana oder Ipanema. Jungs und Maedels da draussen, lasst euch nichts einreden!

Die beiden Straende sind in etwa so toll wie ein All-inclusive-Urlaub in Riminis Bettenburgen und diese vielzitierten Augenweiden flanieren zwar dort aber man muss auch ganz schoen suchen. Die Haelfte der Brasilianer ist naemlich einfach mal ordentlich uebergewichtig. Kugelbaeuche und ausladende Hinterteile fuer die man in Europa kaum Klamotten findet so weit das Auge reicht. In etwa so sexy wie Cindy aus Marzahn oder Ronaldo fuenf Jahre nachdem er mit dem Spielen aufgehoert hat. Nicht sexy und rund sondern extrem ungesund. Was einen bei den brasilianischen Essgewohnheiten nicht weiter wundert – da klatschen Kohlehydrate, Fett, Zucker und Fastfood fast taeglich in die Haende. Wobei das hier nicht als Kritik an selbigen Menschen gedacht ist, sondern an der selektiven Darstellung. Als wuerden lecker Surfer mit Waschbrettbaeuchen und exotische Maedels mit Knackaerschen in Brasilien auf Baeumen wachsen. Sorry, dass ich jetzt ein paar Traeume kaputt gemacht habe. Wollte ick nur mal jesacht haben. Horst kann weiter gemuetlich im ausgeleierten Unterhemd sein Pils beim naechsten Schlandspiel kippen und seine Elfriede muss sich keinen Bikini kaufen um Schnittchen zu servieren.

Coucou!

Juni 15th, 2014 - 

Eigentlich wollte ich diesen Blog mit diversen Artikelchen und Fotos als Expat in Paris bestuecken. Zum Beispiel wie chic und teilweise zu Tode gentrifiziert einige Stadtteile sind, dass einem in Berlin angst und bange werden kann. Oder der Frage nachgehen, ob die Pariser im Durchschnitt alle so duenn aussehen, weil nicht nur das Essen so teuer ist? Ueber 11qm WG-Zimmer fuer 700 Euro oder 19 qm 1-Raumwohnungen und viel zu enge Buergersteige. Was wiederum vielleicht dazu fuehrt, dass draussen Cafès, Bistros und Restos proppevoll sind?

Darueber, dass der Pariser Hipster keine Jutebeutel traegt, Anoraks oder Turnschuhe, sondern Maentelchen, grosse Schals, teure Handtaschen und Absatz. Ueber das Geruecht, dass Franzosen einen nicht verstehen wollen, wenn man kein oder nur schlechtes Franzoesisch spricht, was sich nicht bewahrheitet hat. Ueber die tolle Kunst-und Streetart Szene, ghettoisierte Stadtviertel und trotzdem irgendwie mehr Integration im Stadtbild als in Deutschland. Ueber das U-Bahnfahren, was taeglich einem gratis Rugby-Training gleichkommt, weil die Metro aus allen Naehten platzt. Ueber U-Bahntickets und Restaurantschecks, die ein Unternehmen ihren Mitarbeitern ausgeben muss, sobald es eine bestimmte Anzahl an Angestellten hat.

Darueber, wie klein das eigentliche Paris ist und alle dem Charme einer Stadt hinterhersuchen, die es wahrscheinlich nur bis in die Zwanziger oder Siebziger gab. Darueber, dass Paris Berlin toll findet und andersherum. Wie wenig Rollstuhlfahrer, Kinderwagenschieber oder Radfahrer man im Vergleich zu Berlin sieht. Darueber, dass dauernd irgendwo gegen etwas demonstriert und gestreikt wird, sich die Franzosen aber eben Dinge wie eine 35h-Woche-darueber gibt-es-Aufschlag-im-Stundenlohn durch Proteste und demokratische Prozesse erarbeitet haben. Und jetzt trotzdem die Front National ins Europa-Parlament eingezogen ist. Darueber, dass man sich staendig fragt, wie sich ein Normalsterblicher diese Stadt leisten kann und wie erschreckend viel Armut und Dekadenz sichtbar ist. Wieviel Spass es macht, diese Stadt zu entdecken. Aber irgendwie hatte ich so viel mit dem analogen Entdecken zu tun, dass ich nicht zum Bloggen/Schreiben gekommen bin. Und jetzt bin ich leider schon wieder weg. Tschuldigung.

Meine #rp14 – oder warum ich mich therapeutisch gut betreut fühlte.

Mai 12th, 2014 - 

Schon wieder vorbei. Diese re-publica ist immer zu schnell vorbei. Und doch hinterlässt sie jedes Jahr so ein wohliges Gefühl bei mir. Diese Gewissheit: Ich bin doch nicht so allein, es gibt Menschen die auch die gleichen abstrakten und manchmal schrägen Themen auf dem Schirm haben. So wie ich.

Denn wenn ich unter dem Jahr durch den Alltag stolpere, dann habe ich ganz oft das Gefühl, bei vielen Dingen außen vor zu sein. Oft denke ich: Ich bin anders als die anderen Kinder. Und in den meisten Fällen beschleicht mich genau dieser Gedanke, wenn es um digitale Themen, Netzpolitik, Bürgerrechte und Überwachung, aber auch ganz banal um die Entwicklung der Medien geht. Manchmal sehe ich mich aber auch schon außen vor, wenn es um das iPhone geht. Während ich darin das allumfassende Gadget mit direkter Anbindung an den Überwachungsstaat sehe und es gleichzeitig intensiv benutze, denkt mein Umfeld oft noch ausschließlich über das Lifestyleprodukt iPhone nach. Bis vor drei, vier Jahren dachte ich auch so, war damit aber auch da außen vor, weil das Gerät damals noch eher ein Early-Bird-Produkt war und erst richtig in der breiten Masse ankam.

Auf der re-publica fühle ich mich also ein Mal im Jahr ganz normal unter anderen normalen Menschen. Wobei „normal“ natürlich ein Nonsens-Begriff ist, der aber in diesem Fall genau mein Empfinden illustriert. Ich bin auf der re-publica nicht besonders. Oft fühle ich mich sogar eher hinten dran, als vorn dabei. Was völlig in Ordnung geht bzw. auf der re-publica auch einfach ganz schön sein kann. Man kann sich nämlich einfach hinsetzen und zuhören. Menschen, die besondere Themen haben, kann man fokussiert seine Aufmerksamkeit schenken. Ich habe in diesem Jahr nicht viel miterleben können, da ich am ersten Tag auf der Konferenz beruflich Interviews gedreht habe, den zweiten Tag gar nicht da war und am dritten Tag nur den Nachmittag mitnehmen konnte.

Trotzdem gab es wieder Input. So hat mich der Vortrag von der Mathematikerin Hannah Fry über die mathematische Analyse der 2011er Ausschreitungen in London sehr begeistert. War es doch eine recht trockene, sympathisch unemotionale und hervorragend vorgetragene Herleitung anhand großer Datenmengen. Letztendlich ein sehr anschauliches Beispiel dessen, was man aus großen Datenmengen extrahieren kann und wie Big-Data tatsächlich für die Polizei einsetzbar ist. Auch wenn Hannah Fry selbst nicht darauf eingegangen ist, zeigte es doch, welche Missbrauchspotenziale von großen Datenmengen auch ausgehen können. Kann die Polizei solche Analysen ja nicht nur bei gewalttätigen Ausschreitungen, sondern auch gegen die demokratische Willensbekundung (Demonstrationen) einsetzen.

Einen anderen Vortrag möchte ich ebenfalls hervorheben. Felix Schwenzel aka @diplix hatte seinem Vortrag die selbstironische Überschrift „Wie ich lernte, die Überwachung zu lieben“ gegeben. Tatsächlich habe ich für mich jedoch als Essenz aus seinem Beitrag gezogen: Liebe Netzgemeinde, wir brauchen starke Symbole, um unser Streben nach einem freien und demokratischen Netz voranzutreiben und draußen – außerhalb der Netzgemeinde – für unser Anliegen Verständnis einzuwerben. Darüber hinaus machte Felix Schwenzel klar, dass es eine Definition der Gegner und eine grundlegende Feststellung der eigenen Ziele braucht, um das Engagement gegen den drohenden Überwachungsstaat bzw. für eine möglichst nicht überwachte Gesellschaft mit freiem Netz zu professionalisieren und in erfolgreiche Ergebnisse zu überführen.

Zwischen den Vorträgen habe ich einige Menschen der Netzszene sprechen können, die ich sonst nur auf den digitalen Kanälen verfolge. Manche hatte ich nur sehr kurz an der Off-Leine, andere länger. Insgesamt waren es wieder sehr schöne Gespräche, die mir auch immer wieder helfen, meine eigenen Standpunkte zu hinterfragen.

Apropos Leute – in diesem Jahr waren auffallend viele „Agentur- und Medienmenschen“ anwesend. Mich freut das, weil nur so Themen auch in den Medienmainstream kommen werden, die die eingefleischte Netzgemeinde vermutlich dort sonst nicht platziert bekommen würde.

Am Ende gab es natürlich wieder das schon obligatorische Verabschieden. Was maßgeblich hieß, die re-publica-Crew namentlich zu verabschieden und danach die Karaoke-Version von Queens „Bohemian Rhapsody“ zu trällern. Auf welcher Konferenz hat man das schon erlebt? Die GründerInnen der Konferenz bedanken sich auf großer Bühne bei ca. 30 bis 40 Menschen einzeln und namentlich, dem Orga-Team der re-publica. Und danach singen ca. 3.000 bis 4.000 Menschen im Saal gemeinsam den unvergesslichen Popsong.

Hier kann man hören und sehen, wie wir gesungen haben facebook.com >>

Dieser Schlusspunkt ist inzwischen ein jährlich wiederkehrendes Ritual und auch für mich immer ein Schlusspunkt, den ich gern re-publica-Neulingen zeige bzw. ans Herz lege. Warum? Weil ich fest daran glaube – und es schon erlebt habe – wie dadurch viele Leute erst verstehen, warum die re-publica da ist, warum sie anders ist, und warum die BesucherInnen dieser Konferenz auch etwas anders sind. Oder kurz gesagt: Weil es geht.

In diesem Sinne geht ein ganz herzlicher Dank an alle MacherInnen und HelferInnen der re-publica und an eine Netzgemeinde, die immer vielfältiger wird.

#berlintales no.43

Dezember 18th, 2013 - 

Sonntag. Am Brunchbuffet in einem Restaurant.

-„Wie ist das jetzt eigentlich, du bist jetzt Vegetarier oder Veganer?“

+“Veganer, nicht Vegetarier! Also zuhause ernähre ich mich vegan. Und draussen ess ich alles.“