Die Qual der Wahl

September 16th, 2016 - 

fullsizerender

Ich hab schon gewählt, jetzt seid ihr dran! Für alle späten Unentschlossenen gibt es die Wahlprogramme, Wahlomat und Kiezüberblick ganz gut aufgemacht beim Tagesspiegel .

Auch wenn ich in Berlin seit knapp zwei Jahren beinahe nur noch einen Koffer stehen habe, möchte ich doch gern ein Sternenstäubchen mitentscheiden, in welche Richtung sich mein Kiez, meine Stadt, mein Heimatland bewegt. Wenn es daneben geht, habe ich es immerhin versucht. Wählen zu können ist in anderen Orten dieser Erde immer noch ein wortwörtlich hart erkämpftes Recht. Und wenn man nicht oder ungültig wählt? Auch live erlebt. Zum einen war ich in früheren Jahren mehrmals Wahlhelfer und habe mich damals schon gefragt, wieso jemand ins Wahllokal kommt, um dann Kraftausdrücke und sonstiges Gekritzel auf dem Stimmzettel zu verewigen. Dieses Jahr habe ich das Nichtwählen live bei Kollegen erlebt: erst den Brexit-Wahlumschlag liegen gelassen und hinterher die altbekannte “Oh hätte hätte Fahrradkette”-Ode gesungen.

Meine Kreuzchen setze ich auch, weil mich Menschen im Ausland auf Bautzen und Mecklenburg-Vorpommern ansprechen.

Berlin ist nicht einfach, aber hoffentlich können wir wenigstens das etwas besser.

Rewind selector! Abrechnung KW35

September 2nd, 2013 - 
+++ BEITRAG DER WOCHE +++

Ich glaube, es ist noch gar nicht lange her, da hatte ich an dieser Stelle auch einen Beitrag von Felix Schwenzel angepriesen. Muss nun schon wieder tun – und ich mache das mit Wonne. Der Mann hat sich seine BundestagskandidatInnen mal ganz genau angesehen und ist zu einem offenen Kandidatenabend in Berlin Mitte/Wedding gegangen – live und in Farbe! Der Erlebnisbericht ist für mich ein Stück, das sich insbesondere PolitikjournalistInnen mal näher anschauen sollten. Es ist nämlich verdammt entspannt geschrieben.

“direktkandidaten casting” auf wirres.net >>

ps: wirres.net im Feedreader verfolgen, sollte eh für Medienmenschen Pflicht sein. ;-)


+++ MUSIKVIDEO DER WOCHE +++

Der Herr Marteria kommt mit einer neuen Single um die Ecke und dazu gehört natürlich auch ein Musikvideo. Die geneigte Leserschaft wird wissen, dass ich ja das letzte Marteria-Album sehr gefeiert habe. Um so mehr bin ich auf das neue Album gespannt. Während ich also diesen neuen Track durchaus gut finde, ist mir das Video irgendwie zu sehr drüber. Es erinnert mich an das Resteessen am Sonntag Abend. Da schmeiße ich die Reste des guten Essens vom Wochenende entweder in eine Pfanne und haue noch ein Ei drauf und dann schmeckt das. Oder es wird ein Auflauf oder eine Suppe. Das Video beinhaltet so viele Ebenen, die nicht wirklich durcherzählt werden, dass ich es am Ende doch eher eine belanglose Aneinanderreihung von einzeln recht feinen Sequenzen empfinde. Aber die Leserschaft ist ja in der Lage sich eine eigene Meinung zu bilden.


+++ TWEET DER WOCHE +++


+++ MEDIENKRAM DER WOCHE +++

Eher zufällig bin ich über femgeeks.de gestolpert und über die Playlist “MIX-TAPE-SESSIONS #2: INDIE DUETTE VOL. I” – die Bloggerin Maya stellt auf Youtube eine Playlist von auf Youtube veröffentlichten Musikvideos zu einem bestimmten Thema zusammen. Für mich als Medienmacher ist das vor allem eine schöne Idee des Kuratierens von externen Inhalten auf der Plattform selbst. Darüber hinaus ist die Wahl der Songs auch ganz fein.

Am Ende des Artikels, in dem die Playlist ausführlich beschrieben wird, gibt es auch einen Punkt, den ich persönlich für schwierig halte. So hat die Autorin einen Song nachträglich aus der Playlist entfernt, der Gewalt gegen Frauen romantisierend darstellen soll (“Where The Wild Roses Grow” von Nick Cave & Kylie Minouge). Ihre Begründung dafür ist die Kritik der LeserInnen und weil der Song mit seinem Thema somit auf der Plattform femgeeks.de (feministischer Blog) deplatziert wäre. Ich persönlich finde den Löschvorgang nicht unbedingt passend, denn Kunst löschen, weil sie nicht ins Konzept passt, halte ich für schwierig. Ich hätte mir eher einen aufklärenden Artikel über den Song gewünscht – immerhin habe ich auch erst durch den Hinweis bewusst wahrgenommen, wie man den Song bzw. das Video einordnen kann. Aber vielleicht folgt ja so solch ein Blogpost noch.