Mein erstes Mal „Original unverpackt“

Februar 3rd, 2019 - 
Wiener Straße 16, Berlin-Kreuzberg

Früher fühlte ich mich oft als „early Adopter“. Ob das damals überhaupt der Realität entsprach, kann ich heute gar nicht genau sagen. Heute warte ich häufig ab, renne wenig bis gar keinen Trends hinterher. Deshalb war ich wohl auch erst am Samstag bei „Original unverpackt“, dem Kreuzberger Laden von Milena Glimbovski. Wie es der Name schon vermuten lässt, wird in dem Geschäft möglichst unverpackte Ware verkauft. Ich hatte seit der Gründung 2014 bisher nur davon gelesen.

Milena Glimbovski gründete mit Sara Wolf den Laden, der inzwischen Nachahmer in Deutschland und im Ausland gefunden haben soll. Ich wollte endlich sehen und verstehen, wie das Konzept eines Geschäfts funktioniert, in dem die Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs ohne Verpackung verkauft werden. Gleich zu Beginn: Es funktioniert.

Es funktioniert, weil Menschen diese Idee nicht nur 2014 in einem Crowdfunding mit gut 100.000 Euro unterstützten, sondern weil an einem Samstagnachmittag permanent Menschen im Laden sind und tatsächlich kaufen. Sie bringen teils gebrauchte Papiertüten mit oder Gläser, in denen sie Mehl, Müsli, Waschmittel oder Tee und Kaffee abwiegen und an einer Kasse nahe dem Ausgang bezahlen.

Der Store ist schlicht und die Wände zieren alte Fliesen, die Bestandteil der ehemaligen Metzgerei sind, die diese Räume früher beherbergten. Heute – so scheint es mir – ist der Laden in erster Linie mit vegetarischen und veganen Produkten ausgestattet.

Gut 600 Produkte sollen in den Regalen auf die KäuferInnen warten. Für mich ist das ungewohnt. Ich bin seit vielen Jahren der Haupteinkäufer der Familie, denn ich koche die meiste Zeit. Meine Frau ist dafür die deutlich bessere Bäckerin. Ungewohnt ist für mich in erster Linie die wenige Farbe in den Räumen. Denn in erster Linie kommt Farbe – besonders die grelle Farbe – durch Verpackungen ins Spiel. Hier fehlen diese. Müsli, Mehl und Co. finden sich in Bulk Bins (Spendersystemen), die meist durchsichtig sind und somit einen direkten Blick auf das Produkt selbst zulassen. Mir fällt auf, wie ähnlich die Produkte in ihren natürlichen Farben sind. Es sind die Naturfarben zwischen Weiß und dunklem Braun.

Flüssigkeiten, wie Haarwaschmittel oder Tahin finden sich in Metallbehältern, die so wohl den Hygienevorschriften im Einzelhandel entsprechen.

Neben den Lebensmitteln finden sich – wie bereits erwähnt – auch Haarwaschmittel und Seifen. Sie dominieren mit ihrem Geruch im Geschäft. Es sind natürlich Produkte, die besonders ökologisch sind. Und somit riechen sie durchaus intensiv.

vegane Schokolade & ein Bretzelsnack

Eben weil die Produkte nicht verpackt sind, kann man Papiertüten und Transportgefäße aus Glas und Metall ebenfalls im Store erwerben. Mir wäre es also ohne Probleme möglich gewesen, meinen Wochenendeinkauf samt wiederverwertbaren Behältnissen zu erledigen. Tatsächlich habe ich mir vier Produkte mitgenommen: einen Neuköllner Honig, eine Solicola, einen kleinen Bretzelsnack und vegane Schokoladendrops, die in etwa Vollmilchschokolade entsprechen sollte. Der Bretzelsnack war lecker und stammte wie die Schokodrops aus Plastikbehältnern, die das Portionieren einfach machten.

Mit der Cola (Pfandflasche) unterstützt man Initiativen, die Projekte mit Geflüchteten möglich machen und der Neuköllner Honig dürfte ein ultraregionales Produkt mit dem vermutlich kürzesten Transportweg sein. Meinen Besuch absolvierte ich auf der Heimfahrt von einer Elterntaxitour und mein Fahrzeug fährt vollelektrisch – es dürfte also auch noch recht nachhaltig gewesen sein.

„Original unverpackt“ hat mir gezeigt, dass es auch eine andere Verkaufskultur geben kann, als wir es inzwischen gewohnt sind. Verpackungen könnten in einem Discounter womöglich nicht komplett weggelassen werden, aber eine deutliche Reduktion dürfte noch immer möglich sein. Gleichzeitig ist die Produktvielfalt deutlich geringer bei „Original unverpackt“. Daran müsste ich mich erst gewöhnen, da mich das in unserem Bio-Supermarkt manchmal schon nervte. Gleichzeitig ist mir klar: Niemand benötigt von jedem Produkt drei oder vier Alternativen. Es ist also in erster Linie die Gewohnheit, die man infrage stellen muss, wenn man sich auf das Konzept von Milena Glimbovski und Sara Wolf einlassen will.

Mir persönlich fehlten im Laden Käse- und Fleischwaren. Ich bin eben noch kein Vegetarier. Allerdings dürften beide Produkte auch wirtschaftliche Risiken bergen, wenn nicht sogar persönliche Gründe der Gründerinnen gegen den Verkauf sprechen. Nur ein Punkt hat mich wirklich stutzig gemacht: Warum müssen vier Trinkröhrchen aus Metall satte 14 Euro kosten?

Fazit: Ich wünschte mir einen solchen Laden in meinem Kiez, denn eine regelmäßige Fahrt zum Kreuzberger Geschäft wäre unverhältnismäßig – mit dem eAuto ob der verbrauchten Energie; per Fahrrad oder ÖPNV würde der Einkauf zu viel Zeit beanspruchen. Insgesamt ist jedoch das Konzept vor Ort sicherlich ein sehr guter Prototyp, der sich adaptieren und anpassen lässt.

Veggie-Frühstück: Overnight Oats

September 21st, 2016 - 

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Was (für eine Frühstücksportion):
ca. 40 g Haferflocken (kernig oder zart)
100 bis 120 ml Kuh-, Mandel- oder Soja-Milch
Obst (z.B. Banane, Pfirsich, Blaubeeren, …)
Chiasamen, Nüsse, Kakao, Zimt, … ganz nach Geschmack
evtl. Honig zum Süßen

Wie:
Am Abend die Haferflocken und Obst mit den Chiasamen, Nüssen, Gewürzen etc. in eine Schüssel geben und mit der Milch übergießen. Das Ganze umrühren, in ein Glas füllen und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Morgens das Power-Frühstück aus dem Kühlschrank nehmen und schmecken lassen!

Veggie-Sonntag: Tagliatelle mit Spargel-Gorgonzola-Sauce

Mai 23rd, 2016 - 
Tags:

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Was:

Tagliatelle
Spargel
Gorgonzola
Sahne (oder Milch)
Butter
Zwiebel
Zitronensaft
Salz, Zucker, Pfeffer, Muskatnuss
Kerbel oder Petersilie

Wie:

Den Spargel putzen, in mundgerechte Stücke schneiden und kurz im leicht gesalzenen und gezuckerten Wasser bissfest garen. Den Spargel abgießen und den Sud auffangen. Die Tagliatelle ebenfalls bissfest kochen. Klein geschnittene Zwiebel in Butter glasig dünsten, mit Mehl bestäuben und dann mit dem Spargelsud ablöschen. Sahne oder Milch dazugeben und aufkochen lassen. Dann den Gorgonzola in der Sauce schmelzen lassen und den Spargel dazu geben. Pasta und Sauce auf einem Teller anrichten, mit Kerbel oder Petersilie dekorieren, fertig.

Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen

April 24th, 2016 - 

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Discounterangebote der etwas anderen Art. Wenn das Wochenbudget für Lebensmittel knapp ist und nicht für den normalen Einkauf reicht, gibt es halt für die Familie nur Champagner und Kirschtomaten. Auch wenn Marie-Antoinette das mit dem Kuchen wohl nie so gesagt hat.

Veggie-Sonntag: Kartoffel-Spinat-Gratin mit Schafskäse

Oktober 25th, 2015 - 
Tags:

Was:

Kartoffeln
(frischer) Spinat
Zwiebeln
Knoblauch
Butter
Mehl
Milch
Gemüsebrühe
Fetakäse
Zitronensaft
Olivenöl
Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Wie:

Die Kartoffeln schälen und in dünne Scheiben hobeln. Zwiebeln und Knoblauch klein schneiden, in Olivenöl andünsten, anschließend den Spinat dazu geben und diesen zugedeckt zusammenfallen lassen. Das Ganze mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Für die Soße Butter im Topf schmelzen, Mehl unterrühren und mit Gemüsebrühe und Milch ablöschen. Den halben Fetakäse zerkrümeln und unter die Soße mischen. Diese mit Salz, Pfeffer, Muskat und Zitronensaft würzen.

Eine Lage Kartoffelscheiben in eine Auflaufform schichten und diese mit Salz und Pfeffer würzen. Darauf den Spinat und etwas Soße verteilen. Die restlichen Kartoffeln einschichten, würzen und die Soße darauf verteilen. Zerkürmelten Fetkäse drüber streuen und im Ofen backen. Fertig.

Veggie-Sonntag: Überbackenes Gemüse mit Joghurt-Feta-Dip

Oktober 18th, 2015 - 
Tags:

Was:

jede Menge Gemüse, z.B. Kürbis, Süßkartoffel, Karotten, Kartoffeln, Fenchel, Blumenkohl
Knoblauch
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
Olivenöl
Käse
Semmelbrösel

griechischer Joghurt
Fetakäse
Frühlingszwiebeln

Wie:

Das Gemüse würfeln, mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen und zusammen mit dem Knoblauch in eine Auflaufform geben. Olivenöl drüber und abgedeckt (!) im Ofen backen. Ist das Gemüse bissfest, mit geriebenem Käse und Semmelbröseln bestreuen und gratinieren. Für den Dip Fetakäse zerbröseln und mit Joghurt und klein geschnittener Frühlingszwiebel mischen. Fertig.

Zwei Feta-Creme-Rezepte 

Oktober 12th, 2015 - 

Ich habe aus einem Block Feta und einer Packung Frischkäse heute zwei Cremes zubereitet. Die Variante links ist dabei ein ordentliches Experiment, das jedoch gut verlaufen ist.

Also links: Bratapfel-Fetacreme mit frischer Feige und Cranberries

1. eine halbe Portion Feta würfeln und in ein Püriergefäß geben,

2. eine halbe Portion Frischkäse dazu geben,

3. eineinhalb Äpfel im Ofen brutzeln, danach entkernt ins Gefäß geben,

4. eine kleine Knoblauchzehe hacken und dazu geben,

5. einen Teelöffel Honig dazu und je eine Messerspitze gemahlenen Anis und Kardamom,

6. alles pürieren und dann eine frische Feige ausschälen, dazugeben und noch mal kurz pürieren,

7. zum Schluss Cranberries unterheben.

Ich habe noch zwei Tropfen natürliches Vanille-Aroma untergehoben.


Recht: Fetacreme mit getrockneten Tomaten

1. Zwiebel würfeln und in Butter anschwitzen,

2. Zwiebel mit der zweiten Hälfte gewürfelten Feta und dem restlichen Frischkäse pürieren,

3. getrocknete Tomaten und getrocknete Tomaten in Öl jeweils kleinschneiden,

4. eine Knoblauchzehe hacken und mit etwas Tomatenmark samt Gewürzen (nach Bedarf und Geschmacksausprägung),

5. alles zusammenführen und mit einem Teelöffel Honig pürieren.

Generell: Ich nehme für meine Feta-Cremes grundsätzlich das Basisrezept, dass nur aus einer halben Packung Feta-Käse und einer halben Packung Frischkäse besteht. Dazu addiere ich die Zutaten, die ich für interessant halte. Mal sind es eben eingelegte Oliven, die genügend Eigengeschmack mitbringen. Dann nutze ich wieder angeschwitzte rote Spitzpaprika. Oder wie oben beschrieben: Bratäpfel.

Ich bin kein Koch, nur Kochfan und ich experimentiere gern. Mal geht es gut, mal versage ich auch. Allerdings landen im Netz oft nur die positiven Ergebnisse. Wie das halt so ist, wer dokumentiert schon gern sein Scheitern?

Meine Mengenangaben sind oft ungenau. Das liegt eben auch am Experimentieren. Ich arbeite mich mit kleinen Mengen an das jeweils gedachte Ergebnis heran. Insbesondere bei Gewürzen bin ich sehr vorsichtig und gehe „Messerspitzenweise“ vor. Ich arbeite wenig mit Salz, da die meisten verarbeiteten Lebensmittel bereits genügend Salz mitbringen.

In Bezug auf die Festigkeit der Creme bleibe ich locker – direkt nach dem Zubereiten wirkt die einer oder andere Variation noch etwas flüssig. Bisher haben sich die Cremes jedoch alle im Kühlschrank so verfestigt, dass sie auf dem Brot gut streichfähig, aber fest waren.

Veggie-Sonntag: Kürbis-Ingwer-Suppe

Oktober 11th, 2015 - 
Tags:
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Was:

Kürbis, z.B. Hokkaido
Karotten
Kartoffeln
Ingwer
Olivenöl
Gemüsebrühe
Kokosmilch
Salz, Pfeffer, Muskat und Chili

Kürbiskerne und Kürbiskernöl

Wie:

Kürbis würfeln, Karotten, Kartoffeln und Ingwer schälen und anschließend klein schneiden. Alles in Olivenöl anrösten, mit Gemüsebrühe ablöschen und weich kochen. Anschließend pürieren. Das Ganze mit Kokosmilch aufgießen sowie mit Salz, Pfeffer, Muskat und Chili würzen. Die Suppe mit Kürbiskernen und Kürbiskernöl anrichten, fertig.

Ostrezept: Spaghetti mit Tomatensauce

Oktober 7th, 2015 - 

Eigentlich wollte ich das Rezept direkt am 03. Oktober 2015 anlässlich der 25 Jahre Deutsche Einheit veröffentlichen. Doch manchmal bleibt halt etwas liegen. Um so schräger ist es, dass ich ausgerechnet heute, dem 07. Oktober 2015, Zeit für das Runtertippen finde. Denn der siebte Oktober war früher der Jahrestag der Gründung der DDR.

Machen wir es kurz. Meine Herzensdame fragte mich, den Kochbeauftragten der Familie, ob ich nicht klassisch ostdeutsche Spaghetti mit Tomatensauce zum Tag der Deutschen Einheit zubereiten könnte. Sie hatte mal wieder Lust darauf und außerdem könne man das Thema Essen gut nutzen, um mit unserem achtjährigen Kind über die DDR und die Wende zu sprechen.

Gesagt, getan. Doch zuerst mussten wir erst einmal klären, was DDR-Spaghetti bzw. die Tomatensauce war. Ganz im Sinne der empirischen Sozialforschung erhoben wir zwei Alten, was denn die klassischen Bestandteile der Tomatensaucen unserer Kindheit waren. Das Ergebnis der Befragungen war eindeutig: Ketchup, Tomatenmark, angeschwitzte Zwiebeln, Zucker, Salz, Paprikapulver und gebratene Würstchen. Ich will nicht unterschlagen, dass auch Knoblauch und gemischtes Hackfleisch in der Datenerhebung auftauchten, allerdings nur bei einem der Befragten.

Ergo ergab sich folgende Zubereitung:

  1. Spaghetti in kochendes Salzwasser geben und al dente garen.
  2. Würstchen in schmale Scheiben schneiden, eine Zwiebel würfeln und beide zusammen kurz in Butter anschwitzen.
  3. Das Angebratene mit Ketchup ablöschen, Tomatenmark hinzufügen und anschließend alles im Topf bis zu fünf Minuten erhitzen.
  4. Nach Bedarf und Gusto würzen: Salz, Paprika, Zucker.
  5. Zucker? Ja Zucker, denn es kommt schon darauf an, dem sauren Geschmack des Ketchups entgegen zu wirken. Ist aber ganz klar abhängig vom verwendeten Ketchup und dem eigenen Geschmack.
  6. Anrichten, fertig, essen.

Übrigens – die spartanische Auswahl an Zutaten ist einem ganz pragmatischen Minimalismus geschuldet. In der DDR – bei uns in Berlin und Greifswald – gab es keine geschnittenen Tomaten in der Dose oder gar Passata. Die Gewürzauswahl war da schon größer. Ich erinnere mich an Variationen oben erwähnten Rezeptes mit Curry-Pulver oder – ganz fancy – mit frischen Kräutern aus dem Garten meiner Großeltern vom Berliner Stadtrand.

Zum Schluss: Der Kochbeauftragte der Familie konnte positive Resonanz auf das angewendete Rezept verzeichnen. Dem Komitee des Familierates wird das Rezept somit während der nächsten Klausurtagung als weitere Variation für den „Samstag ist Pastatag“ vorgeschlagen. Sollte dem Antrag auf Aufnahme in die familiäre Rezeptsammlung zugestimmt werden, kann das Ergebnis oben genannten Rezeptes gelegentlich im Facebook-, Twitter- und Instagram-Account des Kochbeauftragten auftauchen.

 

 

Veggie-Sonntag: Pilzgeschnetzeltes mit Thymian

Oktober 4th, 2015 - 
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Was:

Pilze, z.B. Champignons, Shiitake-Pilze und Kräutersaitlinge
Zwiebel
Cherrytomaten
Knoblauch
Butter
Mehl
Gemüsebrühe
Sahne
Thymian
Petersilie
Salz und Pfeffer

Spätzle

Wie:

Pilze und Zwiebel klein schneiden und in Butter anschwenken. Den Knoblauch dazugeben und das Ganze mit Mehl bestäuben. Mit Gemüsebrühe ablöschen und kurz einkochen lassen. Sahne sowie Petersilie und Thymian dazugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Pilzgeschnetzelte mit Spätzle auf einem Teller anrichten und mit Cherrytomaten sowie einem Thymianzweig dekorieren. Fertig.