Rätsel

August 27th, 2015 - 

Was oder wer bin ich? Ich komme aus einer Gegend, die wirtschaftlich nicht so den rosigsten Ruf hat. Manchmal sagen Leute, ich hätte meine Kindheit in einer Diktatur verbracht. Viele reagieren oft noch mit Vorurteilen über Menschen, die dort wohnen (=Sozialschmarotzer, dumm, unakzeptable politische Einstellung, kriminell). Die meisten, mit denen ich dort aufgewachsen bin, sind inzwischen dort weg. Wegen besserer Berufsperspektiven und Lebensbedingungen anderswo.

Ich besitze einen Ausländerausweis und eine befristete Arbeitserlaubnis. Ein Immigrant bin ich aber nicht, auch kein Asylant. Ich habe keinen unbefristeten Arbeitsvertrag, sondern arbeite mal hier mal da und ziehe oft um. Projektmanagement heisst sowas heute, Mobilität im Zeitalter der Globalisierung ist wichtig, sagen sie. Ein Wanderarbeiter bin ich aber nicht. Oft arbeite ich sogar in anderen Ländern, weil es den Horizont erweitert und ich dort oft auch besser bezahlt werde. Karrieremachen nennt man das. Ein Wirtschaftsflüchtling bin ich aber nicht. Manchmal finden mich die Einheimischen doof, weil ich ihnen angeblich den Arbeitsplatz oder die Wohnung wegnehme, zur Gentrifizierung beitrage, ihre Sprache nicht richtig beherrsche und mich nicht hundertprozentig anpassen kann und möchte. Ein Gastarbeiter bin ich aber nicht. Auch wenn ich nicht immer so willkommen bin, schmeisst mir niemand Brandbomben vor die Haustür, beschmiert meine Strasse oder droht mir Gewalt an. Wieso eigentlich nicht?

Ein Schelm wer denkt, es könnte etwas mit meiner Hautfarbe und dem Herkunftsland des Reisepasses zu tun haben?

Die richtige Antwort auf das Rätsel lautet:

A) Ich bin ein Flüchtling.

B) Ich bin von Beruf Medien-/Eventfuzzi. Zu DDR-Zeiten in einem der grössten deutschen Plattenbaugebiete Deutschlands gross geworden. Arbeite momentan im nicht-europäischen Ausland. Aka ich bin ein Expat.

C) Ich bin von Beruf Sohn/Tochter eines Diktators und lasse es mir woanders in einer hübschen Demokratie gut gehen.

PS: Das war jetzt sehr überzogen, undifferenzierte Begriffswahl und polemisch, dessen bin ich mir bewusst. Allerdings kann man bei einigen Nachrichten aus Deutschland und Europa, Kommentaren im Netz und Aktionen auf der Strasse schon beinahe nicht einmal mehr K***en.

Public Viewing

Juni 23rd, 2014 - 

Sollen doch andere zum offiziellen WM-Public Viewing an die Copacabana gehen…. Wer jetzt denkt, jeder der in Brasilien bei oder fuer die WM arbeitet, verbringe seine Tage genau hier, weit gefehlt. Das ist einer dieser sorgfaeltig ausgewaehlten Selfie-Facebook-Momente à la“Kuckt mal alle her was ich gepostet habe, tolles Leben, was?!“ Der Rest ist verdammt unglamouroes. Und findet abseits von Strand, Stadion und Sightseeing in fensterlosen Grossraumbueros statt. Nach dem Match ist vor dem Match, jeden Tag.

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Facebook vs. Real Life Strandleben :)

#berlintales no. 29

Dezember 21st, 2012 - 

Im kleinen Startup am Rande von Kreuzkölln …

Chief Check-Heini of Dingensbumens: „Boah ey, ich muss echt noch soo viel aufräumen. Ich will es Weihnachten schon ein wenig nett haben.“

Special-Social-Heinz gedankenverloren auf seinem iPhone wischend: „Ja, ich muss auch meine vielen Rage- und Rant-Accounts löschen. Inzwischen sind das so unfassbar viele geworden, da seh ich selbst nicht mehr durch! Und diese vielen Apps erst. Mein iPhone würde sich bestimmt freuen, wenn ich wieder mal ne Löschaktion mache.“

Scheiden tut weh

November 23rd, 2012 - 

Plakatkampagne für ein Schweizer Spin-Off der Online Partnerbörsen? ;)

„Glaub weiter an die Liebe“ hat im weitesten Sinn übersetzt jemand über das rechte Goldfischglas mit einem Kuli gekritzelt.

Ob Scheidung auch bald per Klick auf Facebook geht?

Französischer Kaugummipop

Oktober 23rd, 2012 - 

YouTube Preview Image Eingängiges Liedchen das trotz Sprachbarriere Spass macht. Wie viele deutsche Castingshow-Gewinner bringen zehn Jahre später noch Platten heraus (?), die kontinuierlich gute bis sehr gute Chartplazierungen schaffen…(?!)

Was für ein Käse

Oktober 23rd, 2012 - 

#foodcheckaz – false friends 1

Oktober 23rd, 2012 - 

Croque Monsieur – weiss nicht warum, aber für mich klingt das irgendwie nach einem versauten Künstlernamen. Es handelt sich hierbei um etwas essbares. Merke: Auf die Begriffsklärung seitens frankophoner Erdenmenschen niemals mit „Ach, das ist also einfach ein Wort für überbackenen Schinken-Käse Toast?“ antworten. Bin der Guillotine knapp entkommen;)

Zehn kleine Akademiker

Oktober 16th, 2012 - 

Angeblich werden in Deutschland dauernd Akademiker knapp und Fachkräfte am liebsten angekettet, damit sie nicht „über die Grenze machen“. Heute live erlebt: Kollege, zweisprachig aufgewachsen, deutscher Pass, Abitur. Uni-Abschluss im Ausland. 4-5 Sprachen fliessend, vielleicht etwa zehn Jahre Berufserfahrung in internationalen Grossprojekten. Solides Managementlevel, Gehalt vermutlich 4-stellig im oberen Bereich im Monat.

Kommt nach jahrelanger Abwesenheit zurück in die deutsche Heimat und wird von der Arbeitsagentur als ungelernt mit Abitur eingestuft. „Vielleicht könnte man die Unterlagen ja zur Zentrale nach Bonn schicken, vielleicht wissen die ja, wohin mit Ihnen…“ Und schwups, war die Fachkraft wieder über alle Berge, tschüss alte Heimat! Da waren es nur noch neun..

Bio ist ein Hit!

Oktober 7th, 2012 - 

YouTube Preview Image Bio ist cool, jung, sexy und geht ins Ohr.  Zumindest in diesem Schweizer Popsong mit Rapeinlagen. OK, der Song wurde eigens für eine Supermarktkette entworfen, um Bioprodukte zu pushen mit denen ich nichts zu tun habe. Aber die Idee, der Song und das Video sind allesamt „leider geil“ ! :) Ein viersprachiger Partyhit!

#suissetales no.1

September 17th, 2012 - 

Feierabend. Ich durchschreite ein Zugabteil der zweiten Klasse des Regionalzuges, wie jeder der täglichen Berufspendler mit der Hoffnung, noch irgendwo einen Sitzplatz zu ergattern. Unbewusst fange ich an zu zählen. 1,2,3,4….1,2…1,2,3..1,2… (mehr …)