Public Viewing

Juni 23rd, 2014 - 

Sollen doch andere zum offiziellen WM-Public Viewing an die Copacabana gehen…. Wer jetzt denkt, jeder der in Brasilien bei oder fuer die WM arbeitet, verbringe seine Tage genau hier, weit gefehlt. Das ist einer dieser sorgfaeltig ausgewaehlten Selfie-Facebook-Momente à la“Kuckt mal alle her was ich gepostet habe, tolles Leben, was?!“ Der Rest ist verdammt unglamouroes. Und findet abseits von Strand, Stadion und Sightseeing in fensterlosen Grossraumbueros statt. Nach dem Match ist vor dem Match, jeden Tag.

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Facebook vs. Real Life Strandleben :)

Wirtschaftsaufschwung macht fett?

Juni 21st, 2014 - 

Momentan wird man von allen Seiten zugeballert mit Stories ueber brasilianische Strandschoenheiten in knapper Kleidung an der Copacabana oder Ipanema. Jungs und Maedels da draussen, lasst euch nichts einreden!

Die beiden Straende sind in etwa so toll wie ein All-inclusive-Urlaub in Riminis Bettenburgen und diese vielzitierten Augenweiden flanieren zwar dort aber man muss auch ganz schoen suchen. Die Haelfte der Brasilianer ist naemlich einfach mal ordentlich uebergewichtig. Kugelbaeuche und ausladende Hinterteile fuer die man in Europa kaum Klamotten findet so weit das Auge reicht. In etwa so sexy wie Cindy aus Marzahn oder Ronaldo fuenf Jahre nachdem er mit dem Spielen aufgehoert hat. Nicht sexy und rund sondern extrem ungesund. Was einen bei den brasilianischen Essgewohnheiten nicht weiter wundert – da klatschen Kohlehydrate, Fett, Zucker und Fastfood fast taeglich in die Haende. Wobei das hier nicht als Kritik an selbigen Menschen gedacht ist, sondern an der selektiven Darstellung. Als wuerden lecker Surfer mit Waschbrettbaeuchen und exotische Maedels mit Knackaerschen in Brasilien auf Baeumen wachsen. Sorry, dass ich jetzt ein paar Traeume kaputt gemacht habe. Wollte ick nur mal jesacht haben. Horst kann weiter gemuetlich im ausgeleierten Unterhemd sein Pils beim naechsten Schlandspiel kippen und seine Elfriede muss sich keinen Bikini kaufen um Schnittchen zu servieren.

My last words zum #ESC2013

Mai 20th, 2013 - 

Deutschland hat beim European Song Contest verrissen. Warum? Aus Gründen. Hier meine unbescheidenen Worte zum an sich belanglosen Schlagergedudel.

#Cascada steht einfach für das ursprüngliche, das echte „Made in Germany“.

Dieses Label sollte damals in UK (irgendwann in achtzehnhundertirgendwas) auf dreiste Nachahmungsprodukte aus Deutschland hinweisen. Insofern ist Cascada vom europäischen Publikum richtig identifiziert und historisch korrekt eingeordnet worden: dreiste Kopie galore. Ich meine ja nur mal so. Schland kann noch dankbar sein, dass diese niveaubefreite Bumm-Bumm-Mucke überhaupt Punkte bekommen hat.

Nun, wenn der #NDR als verantwortlicher #ESC-Sender seine eigene Jury so konservativ und mit offenbar geschmacksbefreiten Menschen besetzt, damit ja nichts Innovatives gewinnen kann, dann ist es also doppelt gerechtfertigt, wenn die plumpe Kopie von plumpem Ballermanntechno (aus Schweden) kaum Punkte bekam.

Wir erinnern uns kurz? Das deutsche Publikum hatte sich für LaBrassBanda aus dem Bayernlande entschieden. Die Jury aus Anna Loos, Roman Lob, Peter Urban, Tim Bendzko und Mary Roos gab hingegen der bayrischen Superkapelle (die sonst auf riesigen Festivals tausende Leute rockt) genau einen Punkt und der torfnasigen Cascada-Dumpfbacken-Techno-Sause acht Punkte! Und kippte so das Zuschauervoting in Richtung Dumpftüten-Techno von Cascada. Obwohl schon vor der Show jedem Menschen mit gesundem Ohrenverstand klar gewesen sein muss, dass der Song „Glorious“ von Cascada eine „Fastkopie“ des ESC-Vorjahres-Sieger-Songs „Euphoria“ der Schwedin Loreen war.

Egal, ob die Jury aus ESC-KennerInnen bestand, sie belegte einfach ihr Kalkül, einen am Reißbrett geplanten und ESC-kompatiblen Song zu pushen, sowie ihren unterirdischen Geschmack. Das muss sich auch das NDR-Planungsteam sagen lassen.

Der #NDR sollte einfach aus den jahrzehntelangen eigenen Pleiten und den kurzatmigen Erfolgen eines Stefan Raab lernen: ein solides offenes Casting zulassen, eine gute Auswahl-Show produzieren, das Publikum entscheiden lassen und dann schauen, ob das nicht der bessere Weg wäre. Verlieren kann man nach der 2013er Peinlichkeit eh nichts mehr. Das ist doch die beste aller Voraussetzungen für einen ergebnisoffenen Neustart.

Für mich geht es dabei vornehmlich gar nicht um den Sieg, sondern darum, dass man mit guten KünstlerInnen und einem guten Song einfach wirksames Standort-Marketing für Schland machen könnte, das diesem Land gut stehen würde. Zumal wir als Publikum das ganze Dingens eh bezahlen und nicht irgend eine konservative Jury oder NDR-IntendantIn.

PS: Die besten MusikerInnen nehmen sowieso nicht an diesem Politikum bzw. dieser Schlagerdödelei teil – und das ist auch gut so, liebe Musikfreundinnen und -freunde.

PPS: Und worin bestand eigentlich noch mal die ESC-Expertise von Tim Bendzko und Anna Loos?

PPPS: Der Kollege ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber hat offenbar einige Zusammenhänge komplett in einer Parallelwelt interpretiert. Für ihn ist unsere Angie Merkel für das Cascada-Debakel verantwortlich. WTF! spiegel.de >>