Rumble in se Games-Industrie

August 5th, 2010 - 

Na da rappelt es aber in der Berliner Games-Industrie. Im Mai 2010 meldete das Berliner Studio Radon Labs Insolvenz an und wurde kurz darauf von den Hamburger Onlinegamern Bigpoint übernommen.

Im Juli dieses Jahres musste auch The Games Company (TGC) Insolvenz anmelden.

Am 3. August 2010, wurde bekannt, die Karlsruher Browsergame-Schmiede Gameforge will die Berliner Frogster AG vollständig übernehmen. Bisher hält sie 60 Prozent der Aktien.

Und gestern wurde über GamesMarkt bekannt, dass der Mobile Spezialist die Bob Mobile AG in Berlin einen Publisher für Off- und Onlinespiele (Just a Game) gegründet hat und auf der Kölner gamescom erste Projekte vorstellen wird.

Da geht einiges. Ich freue mich besonders über die Berliner Aktivitäten von Bigpoint, Gameforge und Bob Mobile. Für die TGC-Angestellten hoffe ich auch auf einen goldenen Retter.

International gab es in den vergangenen Wochen auch eine Menge großer Infos. Google soll mit 200 Mio. US-Dollar bei Social Games Publisher Zynga eingestiegen sein.

Disney hat im Juli für 763 Mio. US-Dollar eine der drei großen Social Games Firmen Playdom übernommen. Kurz zuvor übernahm der Medienkonzern, dessen größter Einzelaktionär Steve Jobs (Apple CEO) ist, den iPhone-Games Hersteller Tapulous.

Schon Ende vergangenen Jahres hat Electronic Arts im Social Games Markt zugeschlagen: EA hatte damals das Unternehmen Playfish aufgekauft und gleichzeitig ca. 1.500 MitarbeiterInnen in den klassischen Konsolengames-Sparten entlassen.

Fazit: Der Markt der Social Games scheint schon unter drei großen Konzernen aufgeteilt. Google scheint sich wirklich für die Konkurrenz von Facebok zu wappnen, Disney ist schon eine Weile als Gamespublisher unterwegs und Electronic Arts hat offenbar zügig begriffen, dass Online- bzw. Social Gaming ein Markt mit großer Zukunft ist.

Deutsche Gamestage 2009 Quo Vadis (Teil 1)

April 22nd, 2009 - 

Seit gestern laufen in Berlin die Deutschen Gamestage in der Urania. Als Blogger konnte ich mich für meinen privaten Blog www.blogbote.de registrieren. Dafür musste ich zwar die ein Werbebanner auf meine Seite packen, konnte aber auch jede Menge Geld sparen. Statt 169,00 Euro werden mir nur 40,00 Euro berechnet. Das finde ich einen fairen Deal.

Aus beruflichen Gründen konnte ich erst ab heute, dem zweiten Tag der Konferenz teilnehmen. Passt aber ganz gut, denn wie auf jeder Konferenz ist nicht unbedingt jedes Thema spannend. Heute konnte ich mir drei Sessions geben. Das reicht auch. Mehr Inhalt kann ich kaum behalten ;-).

Die erste Session war eine Podiumsdiskussion mit Bob Wallace, Bob Bates und Ralf Adam (Gameforge). Das Thema „Game Markets – Chances, Changes and Challenges“ war etwas breit gehalten. Es war wenig inspirierend. Nach 45 Minuten hab ich den Saal dann auch verlassen.

Ganz anders erging es mir mit Kai Bodensiek von der Anwaltskanzlei „Brehm & v. Moers„. Er hielt einen erfrischenden Vortrag über Haftung von Webseiteninhabern gegenüber dem User Generated Content, den die Betreiber auf ihren Seiten hosten. Interessanter Weise gab es da bei den Leuten aus Gamesbranche erstaunlich viel Nachholbedarf. Ich konnte aber auch einige, gute Erkenntnisse mitnehmen.

Meine letzte Session für heute war der Vortrag von Fishlabs-Geschäftsführer Michael Schade. Fishlabs entwickeln seit Games für Handys. Inzwischen haben sie auch 4 Spiele (u.a. Galaxy on Fire) im Apple Applications Store. Michael Schade hat einen wirklichen tiefen Einblick in das Thema „Wie kommt mein Titel in die Top 25 des App Store?“ gegeben. Ich kann wirklich sagen, er hat aus dem Nähkästchen geplaudert. U.a. ging Schade darauf ein, dass Fishlabs ab diesem Jahr nur noch für App Stores produzieren wird, ohne Zwischenhändler und Telekommunikationsprovider. Die Margen seien eindeutig besser. Schade veröffentlichte dazu schon Anfang des Jahres einen Beitrag auf dem Firmenblog.

Eine schöne Erfahrung, die ich schon im vergangenen Jahr bei der Games Developer Conference in Leipzig machen konnte: Die ReferentInnen sind bereit zu Fehlern zu stehen, die sie bei der Entwicklung und Vermarktung von Games gemacht haben. Natürlich wird nicht jeder Fehler bis ins Detail breitgetreten, aber der eine oder die andere Referentin hat schon ganz schön die „Hose herunter gelassen“.

Morgen Vormittag werde ich mir noch einige Sessions anhören. Morgen Abend dann hoffentlich Teil 2 hier auf dem Blog.