Dem BEETLEBUM sein Blog wird 10 und er feiert das

August 13th, 2015 - 
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Wer den Beetlebum nich kennt, hat dit Internet verpennt! Punkt, äh Ausrufezeichen … naja egal!

Jedenfalls ist der Beetlebum ein feiner Online-Comic-Macher und hat mir über die vergangenen zehn Jahre den einen oder anderen Schmunzler durchs Gesichte getrieben. Auch wenn ich längst nicht alle seine Arbeiten verfolgt habe, kann ich sagen: Ich mag sehr, was er macht. Als Beweis, dass ich älter werde, feiert er nun das zehnjährige Bestehen seines Comic-Blogs. Und weil er so ein feister Medienfuzzi ist, stellt er das auch gleich noch mit einem weiteren Medienerzeugnis unter Beweis. Im besten Hipster-Style hat er ein Youtube-Video zusammengeschraubt. Und es ist alles dabei: Bart, Ironie, Skaetboard, Elektro-Musike und eine gewisse Künstlerattitüde samt Schimmel im Atelier – digitale Boheme halt. Nur eines fehlt: der Jutebeutel!

Kollege Schnürschuh hat aktuell noch ein weiteres Medienerzeugnis im Rennen. Morgen erscheint das Buch „Sehr gerne, Mama, Du Arschbombe“ von Patricia Cammarata alias dasnuf. Dafür hat der Mann die Illus gemacht.

So, und nach all dem langen Gesappel: Happy Birthday Beetlebum!

And now sports!

PS: Der Mann hat auch noch drei seiner längeren Comics zum digitalen Lesen freigegeben. Look at this its amazing >>

Im Westen nichts Neues – Graphic Novel nach Erich Maria Remarque

Juni 25th, 2015 - 

Ich bin ja noch etwas unbeleckt in Bezug auf Comics für Erwachsene bzw. Graphic Novels. Ich habe vor “Im Westen nichts Neues” erst drei Bücher dieser Art gelesen. Um so mehr bin ich beeindruckt von der Bildgewaltigkeit dieser Adaption. Gaby von Borstel hat Remarques Textvorlage bearbeitet und Peter Eickmeyer mit diesem Buch seine erste Graphic Novel illustriert. Für mich persönlich ist es ein gelungenes Werk. Allerdings muss ich hinzufügen, dass ich das Original bisher nicht gelesen habe. Mit dem Eindruck dieses Buches werde ich es sicherlich bei Gelegenheit nachholen.

Im Unterschied zu den bisher von mir gelesenen Graphic Novels, hat Eickmeyer tatsächlich gemalt – offenbar mit Öl und Tinte. Es sind fesselnde Eindrücke eines barbarischen ersten Weltkriegs an der Westfront entstanden. Remarque schildert in seinem Text die Kriegserlebnisse des deutschen Soldaten Paul Bäumer in starken Worten. Eickmeyer greift sie auf und projiziert sie mal in schemenhaften Übersichten, mal in sehr detaillierten Einzelbildern.

Insgesamt kommt das Hardcover wenig comic-haft daher. Bilder und Texte werden nicht in klassischen Panels erzählt. Der Text ist im Wesentlichen jeweils als Block in Bilder eingebunden. Einzelne Szenen werden mit einem Panel oder einem kurzen Strip illustriert.

Aufgrund des historischen Bezugs und der Adaption finden sich am Schluss des Buches noch Informationen zur Geschichte des Originaltextes und zu Erich Maria Remarque. Unter Umständen hilft es, wenn man diesen Teil vorab liest, um so das Comic mit einem etwas bewanderteren Blick zu lesen.

Fazit: Die Form folgt dem Text und der Funktion. Für mich ein recht großartiges Werk.

Infos zur Graphic Novel:

Das Buch ist hochwertig gearbeitet und schwer. Die Illustrationen sind durchgängig farbig.
Es ist erschienen im Splitter-Verlag (Bielefeld) am 1. Juni 2014. Das Hardcover kostet 22,80 Euro und hat 176 Seiten.

Weiterführende Links zum Buch:

Buch des Monats der NDR-Kulturredaktionen >>
Hintergründe zur Entstehung des Buches auf welt.de >>
Der Blog zum Buch von Peter Eickmeyer >>

Kinderland – Das Comic über eine DDR-Kindheit von Mawil

Juni 23rd, 2015 - 

  
Pioniere, chinesisch Tischtennis spielen und rübermachen – das sind die wirklich wichtigen Themen von Mirco Watzke 1989 in Ostberlin. Der Comic-Artist Mawil scheint mir hier komplett die letzten Tage seiner Ostberliner Kindheit aufs Papier gebracht zu haben. Und ich liebe diese Geschichte, denn sie katapultiert mich zurück genau in diese Zeit.
Mawil lässt Mirco quer durch den wichtigen Kinderkosmos stapfen: Busfahren, Schule, Schulhof, doofe Große, Wolf- und Hase-Telespiel und Klassenfahrt. Ganz nebenbei kommen noch so Themen hinzu, wie Kirche – ein eher seltenes Thema in meiner DDR-Kindheit. Und natürlich Eltern und Pionierleiterinnen. Hach. Ich kann gar nicht genug schwärmen und habe mich neulich in der Teilöffentlichkeit Facebook sogar zu folgender Aufforderung hinreißen lassen: FilmermacherInnen sollten sich dringend die Filmrechte an “Kinderland” sichern und den besten Kinderfilm über die Kindheit in der DDR daraus machen.

Ich habe für mich in diesem Buch unzählige Kleinigkeiten wiederentdeckt, die 26 Jahre nach der Wende in meinen Erinnerungen längst verschütt gegangen waren. Das dämliche Honecker-Bild an der Wand fast jeden Klassenzimmers. Die Schlenkibusse. Oder auch die chinesische Softkelle, die nur echt war mit dem Ruf “Einschmatz!” Ich selbst hatte meine supercoole Tischtenniskelle damals mit polnischen Pionieren im Ferienlager im Erzgebirge getauscht – gegen sehr viel Ostgeld!

  
Ich habe das Buch zu meinem 38. Geburtstag geschenkt bekommen, mit einer ganz ganz tollen Überraschung: Meiner eigenen Comic-Figur, gezeichnet von Mawil. Ich danke dafür ganz herzlich und noch immer den “Großen Köpfen“!

PS: Beste Nebenfigur im Comic ist Angela Werkel!

Infos zum Comic:

Das Comic ist ein sehr dickes Paperback, komplett farbig illustriert. In Deutschland ist es erschienen im Verlag Reprodukt (Berlin) am 1. Mai 2014. Die 296 Seiten kosten 29 Euro und sind jeden Cent wert.

Weiterführende Links zum Buch:

Buchbesprechung von Michael Brake auf zeit.de >>
2-Minuten-43 über Mawil und das Buch bei Arte >>
Webseite des Berliner Comic-Künstlers Mawil >>

Neuer Lesestoff – noch mehr Graphic Novels

Juni 16th, 2015 - 

 

Diese beiden Bücher habe ich gebraucht, aber in sehr gutem Zustand bei einem Rebuy-Anbieter über Amazon geshoppt. “Maus” gilt wohl als eine Art Standardwerk in der Kategorie ernsthafter Comics (kann man das so sagen?) bzw. Graphic Novels. “Im Westen nichts Neues” hat mich als grafische Umsetzung interessiert. Später mehr dazu.

Lesestoff – Ich werde gerade Fan von Graphic Novels

Juni 1st, 2015 - 

Erst neulich schrieb ich über das kleine Stück Entdigitalisierung durch die Wiederaufnahme des Lesens einer Wochenendzeitung. Im Moment sind wir da noch beim Taz-Probeabo. Mal sehen, was danach kommt.

Oben gezeigte Bücher sind im Prinzip ein zweiter Teil des Projektes “mehr Leben ohne digitale Gadgets”. Ich mochte wenig Comics in meiner Kindheit und Jugend. In der DDR gab es u.a. das Mosaik. In dem Comicmagazin ging es zu meiner Zeit um die Abrafaxe. Den Strich mochte ich nicht. Die wenigen anderen Comics mochte ich noch weniger. Die alten Mosaik-Reihen, die bis 1975 erschienen waren, drehten sich jedoch um die Digedags. Meine Vater hatte mir ein paar Hefte vermacht, deren Strich und Themen ich sehr mochte.

Später – nach der Wende – interessierten mich anderen Themen. Als Graffiti- und HipHopp-Fan stand ich zwar auf Comicartwork, hatte aber wenig Spaß am Lesen von Comics. Erst mit meinem beruflichen Einstieg beim Ehapa Verlag (Lustiges Taschenbuch, Wendy) kam ein gewisses Comic-Interesse bei mir auf. Inzwischen arbeite ich nicht mehr für den Verlag, aber unser großes Kind liest sehr gerne Lustige Taschenbücher und das Mosaik mit neuem Strich. Außerdem lesen wir Eltern öfter aus den Heften und Comicbüchern vor. Dadurch wurde ich auf Graphic Novels aufmerksam.

Zurück zu den drei Büchern „Berlin – Steinerne Stadt“ von Jason Lutes; „Road to Perdition“ von Max Allan Collins und „Kinderland“ von Mawil. Die ersten Zwei habe ich bereits durch. Und ich bin Fan. Denn Graphic Novels ziehen mich in die jeweiligen Welten. Sie sind zügig in ihrer Erzählweise und schaffen es dabei trotzdem, mich von digitalen Endgeräten für die Lesezeit fern zu halten. Das bringt Ruhe und Entspannung für mich.

„Kinderland“ lese ich gerade mit unserem großen Kind. So kann ich gleich etwas Geschichtsunterricht über meine Kindheit in der DDR einfließen lassen. Noch dazu ist das Comic einfach so verdammt wahr in seinen kleinen Geschichten. Denn neben der Story ist es auch noch eine Art Wimmelbuch für Ostler. Ich entdecke immer wieder Verweise auf diese wahnsinnige Zeit vor der Wende.

Zu den einzelnen Büchern gibt es bestimmt in nächster Zeit noch je eine kurze Rezension. Gibt es Graphic Novels, die nicht im Fantasy- und Scifi-Bereich spielen, die jemand empfehlen kann? Ich würde mich freuen.

ahoi polloi – Bombenknaller! Mega! Peng!

April 9th, 2010 - 

Und hier die Antwort bei ahoipolloi >>

PS: Und checkt bitte die Kommentare zur Auflösung! HAMMAR!!!