RB Leipzig – wo liegt eigentlich das Problem?

27. Februar 2015 - von - Jens  - 
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Eines unserer Kids interessiert sich inzwischen recht brennend für Fußball und den BVB. Ich betone das, da ich selbst maximal ein wenig Fuppes spiele, wenn ich mit den Kids auf dem Spielplatz bin. Darüber hinaus bin ich nur Fan der Medienfigur Jürgen Klopp.

Jedenfalls taucht in letzter Zeit immer wieder die Diskussion um Red Bull und den RB Leipzig an den Rändern meiner Fußballwahrnehmung auf. Da mokieren sich die Menschen über den Kommerz, der beim Fuppes Einzug gehalten haben soll. Hoffenheim, Schalke, RB Leipzig tauchen als Vereinsnamen dann auf – oder zumindest schnappe ich es so auf.

Ich muss dann immer ein wenig in mich hineinschmunzeln. Denn, sind wir mal ehrlich, wo ist denn bitte vorher der Kommerz gewesen? Nicht bei Tante Fußball? Wo dann? Beim Gartenbau? In der Mittagspause? Oder bei Tante Emma im Laden?

Der gesamte Fußballzirkus hat sich – in meiner Wahrnehmung – doch schon immer um den Gott des Geldes gedreht? Nur ist es jetzt halt so viel auf einem Haufen, dass selbst Onkel Dagobert geldgeilen Schweiß auf der Stirn hätte und über Expansionspläne für seinen Geldspeicher nachdenken würde.

Money makes se wörld go round. So heißt es doch. Und wer mit den Bayern, Wolfsburgern oder Leverkusenern auf Augenhöhe mitspielen will, der muss halt eine extra große Tüte Cash mitbringen. In anderen Industriezweigen ist das ja nicht anders. Will man als Letzte/r in den Markt, hat man die höchsten Einstiegskosten oder ein wahrlich feistes und disruptives Geschäftsmodell.

Beim Fuppes bleibt also nur Geld, denn disruptiv ist das gar nix. Immer schön der Hierarchie nach. Und da muss man dann eben dicke Bündel mit Scheinchen in die Hand nehmen und einen Verein aufbauen. Läuft ja bei allen anderen Vereinen auch so, nur eben schon länger. Dortmund hat mal eine AG dafür gegründet – erinnere ich mich dunkel. Andere Vereine haben auch ihren Profifußball vom restlichen Vereinsdingens abgekoppelt, um “flexibler” zu sein. Und wieder Andere lassen dieses Vereinsding gleich weg und ballern mit dem Geld von unten bis in die oberste Liga, siehe Hoffenheim.

Jetzt macht das also auch RB Leipzig seit ein paar Jahren. Geld rein, Trainerwechsel sobald das Ziel erste Bundesliga in Gefahr ist, teure Spielerkäufe um über Liga-Niveau zu sein. Bisher klappte das wohl ganz gut. Mal sehen, wie es zum Ende der Saison aussieht. Bleibt man doch mal ein Jahr länger in der zweiten Liga oder eben nicht. Im Moment sieht alles nach einer Ehrenrunde aus.

Das ist doch spannend. Denn es zeigt ja irgendwie, dass blankes Zusammenkaufen noch kein Team macht. Hat ja bei Hoffenheim bis jetzt auch nicht zum Titel gereicht. Das System Fußballzirkus bleibt also doch etwas mit Herz, denn auch das Blut – aka Geld – kann so manchen Schnupfen nicht einfach aushalten.

tl;dr

In ein System aus Geld kann man nur noch mehr Geld stecken, wenn man schnell oben mitspielen will. Also finde ich den Weg von RB Leipzig nur ehrlich.

ps: Wichtigster Fußballblog ever: falscheneun.net >>

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