#berlintales no.13

September 11th, 2012 - 

Sich in der U-Bahn über den selbstbemalten Jutebeutel „Freundin der nächtlichen Euphorie“ freuen, den die junge Dame trägt.

Das merkwürdige Gefühl begreifen, das mich beschleicht, wenn ich das Iphone nur noch als Telefon und Ipod benutzen kann, weil das mobile Internet versagt hat.

Das Grinsen im Gesicht bemerken, wenn man die Windows-Fehlermeldung auf dem Bildschirm des U-Bahn-Fernsehens liest und dabei Interpols „Evil“ hört.

„The file or directory is corrupt and unreadable. Please run the Chkdsk utility.“

#berlintales no.07

Juni 28th, 2012 - 

Mit seligen Melodien im Ohr fahre ich unter der Stadt hindurch. Mein Gegenüber, ein attraktiver Hipster, liest sichtlich offensichtlich in einem Buch von Oscar Wilde. Zwischen den Zeilen schaut er hoch und prüft, ob eine der drei charmant aussehenden Damen im näheren Umfeld Blickkontakt aufnehmen möchte. Doch keine der Ladies erwidert seine Blicke direkt.

Allerdings blinzelt Jede einzeln nacheinander zum Hipster herüber, ohne das der gute Mann es wahrnimmt. Dieses Schauspiel wiederholt sich im Laufe der Fahrt drei Mal. Als wäre der Rhythmus zwischen den Drei abgesprochen, schaut eine Frau nach der Anderen zum Hipster hinüber. Sobald er seinen Oscar Wilde Absatz beendet hat, prüft er die Aufmerksamkeit der Ladies. Er ist bleibt unsicher – ich sehe es nur zu gut. Vielen Dank ihr Vier für die kleine Pantomime des Alltags.

#berlintales no.06

Juni 15th, 2012 - 

Die U-Bahn zuckelt durch die Erde.
Die Jugendgruppe flirtet, kichert und grölt. Menschen drängeln sich genau dort, wo der geringste Platz ist. Koffer und Rucksäcke kollidieren. Mecker, rempel, klonk. „Ei, musch des Gdrängle sei?“ „Sorry, Mäm!“ Touristen sind die banalen Alltagsterroristen der Touristen.