Beatbuletten, Krautreporter, Roboterjournalismus, re-publica-Sessions, Zeit-Bäckerei

Mai 16th, 2014 - 

Ich hab mal wieder Lust hier ein paar Lesetipps zu veröffentlichen. Vielleicht klappt das ja doch wieder öfter. Die Zusammenstellung der Themen ist extrem subjektiv und unterliegt keiner höheren Zielsetzung.

Neue Musik
Die wunderbaren Beatsteaks erfreuen uns ja bald mit einem neuen Album. Vorab hauen sie schon mal einen 2-Minuten-Knaller für lau raus bzw. im Gegenzug für deine Daten.
dna.beatsteaks.com >>

Krautreporter
Die Diskussion um den geringen Anteil von Frauen im Redaktionsteam der Krautreporter reißt nicht ab. Wie ich finde, glänzen die Macher dabei nicht gerade mit Feinfühligkeit, sondern wirken hilflos. Die Bloggerin dasnuf hat sich des Themas noch mal angenommen und die schräge Argumentation der Krautreporter unter die Lupe genommen.
dasnuf.de >>

Roboterjournalismus
Für viele Menschen ist es schwer vorstellbar, wie Computerprogramme Nachrichtenmeldungen automatisiert verfassen können. Aber sie können und das schon seit einiger Zeit. Julian Meitra hat den aktuellen Stand zum algorithmischen Journalismus zusammengefasst.
welt.de >>

re-publica Mediathek
Jetzt ist die Konferenz schon wieder ein paar Tage her und das Team hat eine kleine Übersicht der viele digitalen Angebote veröffentlicht, wo man Sessions der re-publica nachhören bzw. nachsehen kann. Ich empfehle die intensive Nutzung.
re-publica.de >>

Echte Backwaren
Die Zeit macht ein interessantes Datenjournalismus-Experiment. Sie will eine Deutschland-Karte der noch selbst backenden Bäckereien erstellen und sucht den Input ihrer LeserInnen. Das passt hervorragend zum Image der Zeit und ihrem Publikum: Man schätzt das Handgefertigte und Qualität. So wie die Produkte im Zeit-Shop.
zeit.de >>

Meine #rp14 – oder warum ich mich therapeutisch gut betreut fühlte.

Mai 12th, 2014 - 

Schon wieder vorbei. Diese re-publica ist immer zu schnell vorbei. Und doch hinterlässt sie jedes Jahr so ein wohliges Gefühl bei mir. Diese Gewissheit: Ich bin doch nicht so allein, es gibt Menschen die auch die gleichen abstrakten und manchmal schrägen Themen auf dem Schirm haben. So wie ich.

Denn wenn ich unter dem Jahr durch den Alltag stolpere, dann habe ich ganz oft das Gefühl, bei vielen Dingen außen vor zu sein. Oft denke ich: Ich bin anders als die anderen Kinder. Und in den meisten Fällen beschleicht mich genau dieser Gedanke, wenn es um digitale Themen, Netzpolitik, Bürgerrechte und Überwachung, aber auch ganz banal um die Entwicklung der Medien geht. Manchmal sehe ich mich aber auch schon außen vor, wenn es um das iPhone geht. Während ich darin das allumfassende Gadget mit direkter Anbindung an den Überwachungsstaat sehe und es gleichzeitig intensiv benutze, denkt mein Umfeld oft noch ausschließlich über das Lifestyleprodukt iPhone nach. Bis vor drei, vier Jahren dachte ich auch so, war damit aber auch da außen vor, weil das Gerät damals noch eher ein Early-Bird-Produkt war und erst richtig in der breiten Masse ankam.

Auf der re-publica fühle ich mich also ein Mal im Jahr ganz normal unter anderen normalen Menschen. Wobei „normal“ natürlich ein Nonsens-Begriff ist, der aber in diesem Fall genau mein Empfinden illustriert. Ich bin auf der re-publica nicht besonders. Oft fühle ich mich sogar eher hinten dran, als vorn dabei. Was völlig in Ordnung geht bzw. auf der re-publica auch einfach ganz schön sein kann. Man kann sich nämlich einfach hinsetzen und zuhören. Menschen, die besondere Themen haben, kann man fokussiert seine Aufmerksamkeit schenken. Ich habe in diesem Jahr nicht viel miterleben können, da ich am ersten Tag auf der Konferenz beruflich Interviews gedreht habe, den zweiten Tag gar nicht da war und am dritten Tag nur den Nachmittag mitnehmen konnte.

Trotzdem gab es wieder Input. So hat mich der Vortrag von der Mathematikerin Hannah Fry über die mathematische Analyse der 2011er Ausschreitungen in London sehr begeistert. War es doch eine recht trockene, sympathisch unemotionale und hervorragend vorgetragene Herleitung anhand großer Datenmengen. Letztendlich ein sehr anschauliches Beispiel dessen, was man aus großen Datenmengen extrahieren kann und wie Big-Data tatsächlich für die Polizei einsetzbar ist. Auch wenn Hannah Fry selbst nicht darauf eingegangen ist, zeigte es doch, welche Missbrauchspotenziale von großen Datenmengen auch ausgehen können. Kann die Polizei solche Analysen ja nicht nur bei gewalttätigen Ausschreitungen, sondern auch gegen die demokratische Willensbekundung (Demonstrationen) einsetzen.

Einen anderen Vortrag möchte ich ebenfalls hervorheben. Felix Schwenzel aka @diplix hatte seinem Vortrag die selbstironische Überschrift „Wie ich lernte, die Überwachung zu lieben“ gegeben. Tatsächlich habe ich für mich jedoch als Essenz aus seinem Beitrag gezogen: Liebe Netzgemeinde, wir brauchen starke Symbole, um unser Streben nach einem freien und demokratischen Netz voranzutreiben und draußen – außerhalb der Netzgemeinde – für unser Anliegen Verständnis einzuwerben. Darüber hinaus machte Felix Schwenzel klar, dass es eine Definition der Gegner und eine grundlegende Feststellung der eigenen Ziele braucht, um das Engagement gegen den drohenden Überwachungsstaat bzw. für eine möglichst nicht überwachte Gesellschaft mit freiem Netz zu professionalisieren und in erfolgreiche Ergebnisse zu überführen.

Zwischen den Vorträgen habe ich einige Menschen der Netzszene sprechen können, die ich sonst nur auf den digitalen Kanälen verfolge. Manche hatte ich nur sehr kurz an der Off-Leine, andere länger. Insgesamt waren es wieder sehr schöne Gespräche, die mir auch immer wieder helfen, meine eigenen Standpunkte zu hinterfragen.

Apropos Leute – in diesem Jahr waren auffallend viele „Agentur- und Medienmenschen“ anwesend. Mich freut das, weil nur so Themen auch in den Medienmainstream kommen werden, die die eingefleischte Netzgemeinde vermutlich dort sonst nicht platziert bekommen würde.

Am Ende gab es natürlich wieder das schon obligatorische Verabschieden. Was maßgeblich hieß, die re-publica-Crew namentlich zu verabschieden und danach die Karaoke-Version von Queens „Bohemian Rhapsody“ zu trällern. Auf welcher Konferenz hat man das schon erlebt? Die GründerInnen der Konferenz bedanken sich auf großer Bühne bei ca. 30 bis 40 Menschen einzeln und namentlich, dem Orga-Team der re-publica. Und danach singen ca. 3.000 bis 4.000 Menschen im Saal gemeinsam den unvergesslichen Popsong.

Hier kann man hören und sehen, wie wir gesungen haben facebook.com >>

Dieser Schlusspunkt ist inzwischen ein jährlich wiederkehrendes Ritual und auch für mich immer ein Schlusspunkt, den ich gern re-publica-Neulingen zeige bzw. ans Herz lege. Warum? Weil ich fest daran glaube – und es schon erlebt habe – wie dadurch viele Leute erst verstehen, warum die re-publica da ist, warum sie anders ist, und warum die BesucherInnen dieser Konferenz auch etwas anders sind. Oder kurz gesagt: Weil es geht.

In diesem Sinne geht ein ganz herzlicher Dank an alle MacherInnen und HelferInnen der re-publica und an eine Netzgemeinde, die immer vielfältiger wird.

re:publica 2010 – Abschluss mit Queen Bohemian Rhapsody Karaoke

April 19th, 2010 - 

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=IJMClDvWEfE[/youtube]

Ich will gar nicht mehr viel über die re:publica schreiben, denn dieses Video beschreibt eigentlich den Geist dieser Veranstaltung besonders gut. Während wir auf eine Skype-Konferenz mit Biz Stone von Twitter warteten, kam Johnny auf die Idee eine Massenkaraoke-Session zu veranstalten. Es war grandios und das Video kann den Spaß nur bedingt transportieren, wie das meist bei spontanen Aktionen so ist.

Kurz gesagt: Das Programm der re:publica 2010 war fein, die Stimmung gut. Und die Nasenbären, die sich permanent über schwierige Wlan-Verhältnisse beschwert haben, sollten sich vielleicht fragen, wie es funktionieren soll, wenn sich mehr als 2.500 Geräte versuchen in ein Netzwerk einzuklinken! Amen.

re-publica 10 – Zwischenstand #rp10

April 16th, 2010 - 

Ein kurzer Abriss der ersten beiden Tage.

14. April:
Ich habe leider gar nicht so viel vom Programm des ersten Tages mitbekommen. Erst war ich spät dran beim Check In, dann trifft man Leute, mit denen man unbedingt mal wieder reden wollte/konnte/sollte; und zwischendurch muss man doch noch mal im Büro vorbeischauen.
Doch der Tag klang charmant aus: Die Twitterianer Herm & Nilzenburger beamten uns am Abend ins Jahr 1990 zurück und zeigten eine Folge der Sendung „Die Pyramide“ mit meinem Lieblingsmoderator Dieter Thomas Heck! Die Show bestand im Wesentlichen daraus, dass die beiden Herren die TV-Show ko-kommentierten und die besten Szenen sogar wiederholten, um so auch den letzten Spaß herauszuquetschen. Der Abend erinnerte an das legendäre MST 3000 und war eine hocherfreuliche Live-Spaß-mit-Internet-und-Medien-Nummer.

15. April
Auch gestern war ich wieder viel zu spät bei den eigentlichen Sessions. Und wieder war der Grund dafür sehr schön – ich musste ein halb-ehrenamtliches Projekt länger besprechen, als geplant.
Danach konnte ich mich noch dem Track re:learn widmen. Darin stellten verschiedene LehrerInnen ihre Erfahrungen mit iPhones, Laptops und Blogs als Lernmittel vor. Das war ein sehr interessanter, wenn auch subjektiver Einblick in Belange der Bildungsarbeit in Deutschland. So zeigte sich für mich, dass die dort angetretenen LehrerInnen schon zu den „early birds“ ihrer Zunft gehörten. Was (meines Erachtens) darauf hinweist, der Bildungsbereich „Medienkompetenz“ wird noch viele Jahre brauchen, bis dieser so weit in den Köpfen der gesamten Lehrerschaft verankert ist, dass die zu unterrichtenden SchülerInnen wirklich verantwortungsbewusst mit den neuen Medien umgehen können.

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