Rewind selector! Abrechnung KW30

Juli 26th, 2013 - 
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++ BEITRAG DER WOCHE ++

Der René wollte nur nen Internetanschluss. Da er schon sagenumwobene Legenden in mündlicher und schriftlicher Überlieferung kannte, die ihm das Gefühl gaben, bei der Telekom gibt es eine gaaaaanz besondere Art der Kundenbetreuung, hatte er Vorkehrungen nach feinster Yps-Manier getroffen. In „Don’t Bullshit a Bullshitter.“ erläutert er total sachlich, was sich in dieser Woche zugetragen hat. Und danach sei der geneigten Leserschaft auch gern noch das entsprechende Update als nachträgliche Lektüre empfohlen.



++ BILD DER WOCHE ++

Kein Penis? -25% Lohn! Wo? Dorte >>



++ VIDEO DER WOCHE ++

Kann mir jemand sagen, wo es solch eine coole Veranstaltung in Berlin gibt? via spreeblick >>



++ TWEETS DER WOCHE ++

Heute mal nicht nur ein Tweet, sondern 3. Quasi so als Bonustracks sozusagen.



++ ALBUM DER WOCHE ++

In dieser Woche ist hier mal kein Album am Start, sondern ein wunderbarer Podcast oder eine Playlist oder wie immer man so einen veröffentlichen Mix auf Soundcloud bezeichnet. DJ-Musike ist Kunst. Und deshalb wird das hier verlinkt.
Die Nightflight Mixe von Tobias Koch auf kaputtmutterfischwerk.de >>



++ FACEBOOK-QUOTE DER WOCHE ++

Das ist schon etwas älter, aber ploppte heute wieder in meinem Facebook-Stream auf – „Artist Creates A More Realistic Barbie“. Auf der einen Seite very schön, weil dem Chauvinismus auf charmante Art in die Suppe gespuckt wird und auf der anderen Seite freut sich der Künstler in mir, weil das auch noch ein Kunstwerk ist, welches mithilfe eines 3D-Printers hergestellt wurde.
www.incrediblethings.com >>



++ APP DER WOCHE ++

Ich muss beruflich häufiger mal ein paar Bildchen bearbeiten, benötige aber nicht die volle Kraft der 1.000 Herzen einer großen Photoshop-Version. Daher hab ich Pixelmator (für OSX) für die Firma gekauft, nach dem ich die unfassbar schlechten Kritiken im Apple-Appstore zu Photoshop Elements 11 gelesen hatte. Die kleine Photoshop-Version soll knapp 70 Euro kosten und nur Probleme bereiten, wenn man den Bewertungen glauben darf. Pixelmator kostet nur 15 Euro und ich kann nur sagen: Ick bin bejeistert. Für den Preis kann man keine vollwertige Photoshop-Alternative erwarten, ABER das kleine Programm kann eine ganze Menge.
Dorte im Appstore zu haben >>



++ KUNSTKRAM DER WOCHE ++

The Pixel Painter from The Pixel Painter on Vimeo.

Ich habe geweint am Ende des Videos. Aus zwei Gründen: Zum Einen weil es einfach ergreifend war, was man in dem Video emotional als auch visuell geboten bekommt und zum anderen ist vorherzusehen, dass im bornierten Kunstbetrieb kein Platz für diesen Maler zu erwarten ist. Wenn der Mann überhaupt einen Eintrag im Geschichtsbuch der Kunst bekommt, dann sicherlich in der miesen Kategorie „Outsider“ bzw. „Art Brut“. (via nerdcore.de >>)

++ VOLLPFOSTEN DER WOCHE ++

Der paranoide und menschenfeindliche Überwachungsapparat der USA wird bei t3n.de noch mal in der modernen Form der Infografik übersichtlich aufgezeigt.
Und bitte >>

Warum Innenminister Friedrich recht hat

Juli 17th, 2013 - 

„Verschlüsselungstechniken, Virenabwehrprogramme – all diese Fragen müssen noch mehr in den Fokus gerückt werden. Die Menschen müssen sich bewusst werden, dass auch Kommunikation im Netz eines Schutzes bedarf. Und auch das ist eine Diskussion, die wir vorantreiben werden.“

Hans-Peter Friedrich, Innenminister der BRD, 16.07.2013, tagesschau.de >>

Der „gute“ Herr Innenminister hat recht, wenn er meint, dass wir Menschen uns vor den Schnüffeleien der Geheimdienste – und damit der Regierungen – selbst schützen müssen.

Warum? Weil eine Demokratie nur so sicher ist, wie es ihre BürgerInnen sind. Friedrich ruft zur digitalen Selbstverteidigung auf und ist damit ehrlicher als die „empörte“ Opposition.

Friedrich stellt damit klar: Im Internet sind WIR fast machtlos gegenüber den Zugriffen auf unsere Daten durch Dritte. Das ist so. Das wird auch so bleiben. Nur sagt man das nicht so gern im Wahlkampf, denn das Empören der SPD, Linken und Grünen ist natürlich medienseitig viel besser zu verwerten, als die ehrliche Bankrott-Erklärung: Wir Regierenden und Mächtigen können euch BürgerInnen vor dieser Schnüffelei nicht schützen und außerdem sind wir ja selbst an euren Daten interessiert.

<EINSCHUB>
Wir erinnern uns kurz, wer damals in der Affäre um Murat Kurnaz das Sagen hatte und die Verantwortung trug? Es waren Innenminister Otto Schily und Kanzleramtsminister Steinmeier – beide Herren sind heute noch Mitglieder der SPD. (zeit.de >>)
</EINSCHUB>

Technisch gesehen, werden einzelne Menschen immer weniger gegen die Überwachung ausrichten können. Sie können nur anfangen sich zu schützen und gleichzeitig daran mitarbeiten, die passenden Gesetze zu schaffen, um die Verwertung der Daten durch Dritte entweder zu legalisieren oder auch klare Grenzen für die Nutzung der erschnüffelten Daten zu ziehen. Das ist ein Prinzip, das so im deutschen Recht auch seine Anwendung findet – so gibt es zum Beispiel das Postgeheimnis (wikipedia.de >>) und die Unverletzlichkeit der Wohnung (wikipedia.de >>).

In den vergangenen Tagen ist mir eines wieder klar geworden: Ich muss mich schützen, wie vor HIV, wenn ich mir nicht Besuche und voyeuristische Schnüffeleien des Staatsschutzes (gutjahr.biz >>) oder anderer Dienste einfangen will. Wie gegen diese Angst und Einschüchterung verbreitenden BeamtInnen (Beispiel von Polizeigewalt am Rande der Demo „Freiheit statt Angst – golem.de >>) allerdings Antiviren-Software helfen soll, muss mir der Herr Innenminister noch mal erklären.

Ich finde es zwar tragisch und ziemlich bitter, dass mich der Staat (den ich mit meinen Steuergeldern auch für seine Arbeit bezahle) nicht schützen kann, ABER das hilft mir nicht weiter. Ich muss mich und meine Familie schützen.

<FAKULTATIVER EXKURS>
Im Übrigen glaube ich auch nicht, dass mich der Staat schützen will. Er will mich überwachen, meine Daten möglichst genau aufbereitet haben, um mich einschätzen zu können, wenn er gesellschaftliche Änderungen vornehmen will. Tausche ich „der Staat“ hier gegen „von den BürgerInnen gewählte und bezahlte Menschen“, dann sollte klar sein, wo ich ansetzen muss. Ich muss mit meinen demokratischen Mitteln dafür sorgen, dass die PolitikerInnen und BeamtInnen aus den Ämtern entfernt werden, die mich unter Generalverdacht stellen, um eine Legitimierung für meine Überwachung zu erschleichen.

Dafür habe ich zahlreiche Mittel:

  1. Ich wähle eine Partei zur Bundestagswahl, die mir das Gefühl gibt, die Unwucht im politischen System zu korrigieren.
  2. Ich trete der für mich passenden Partei bei und/oder unterstütze sie finanziell.
  3. Ich gründe eine BürgerInnen-Initiative und schließe mich der passenden an.
  4. Ich helfe bei der Aufklärung der BürgerInnen mit Internetseiten, Flugblättern oder analogen Stammtisch-Runden, wie Barcamps.
  5. Ich nutze meine sozialen Netzwerke, um Informationen über die negativen Seiten der Schnüffeleien zu verbreiten.
  6. Ich kann mich ohne digitale Begleiter mit Menschen treffen. Smartphones, Computer, Tablets – alle Geräte einfach mal weglassen und sich zu Wanderungen und passenden Gesprächen treffen. Aber Vorsicht – das könnte schon als konspiratives Verhalten ausgelegt werden, wie der Wissenschaftler Andrej Holm (wikipedia.de >>) am eigenen Leib erfahren musste! (zeit.de >>, einstellung.so36.net >>)

Und, und, und …
</FAKULTATIVER EXKURS>

PS: Für die LeserInnen, die mir jetzt Sympathien für Innenminister Friedrich unterstellen wollen, kann ich hier nur noch mal schreiben. Nein, ich mag seine rechtskonservative Partei nicht, seine Bestrebungen hin zu einem Überwachungsstaat ebenfalls nicht. ABER in der Pressekonferenz, in der oben genanntes Zitat zustande kam, hat er offenbar unfreiwillig die Wahrheit gesagt. ;-)