Der Sascha lobot wieder

März 31st, 2010 - 

Heute bin ich über die Mitteilung im wuv.de-Newsletter gestolpert: „Lobo tritt hierfür mit seiner neuen Agentur Digitale-strategie.com auf.“ (Eigentlich ging es um ein gedrucktes Buch, welches Lobo wieder abtippt und ins Netz stellt. ABER egal! siehe gesamten Artikel)
Der irokesische Bartmensch will sich vermutlich weiter in Richtung seriöser Berater etablieren, wenn er das nicht schon längst getan hat. Ich bin gespannt, wann der uncharmante Kunstfehler von der blogenden Bar das lobosche Engagement wieder aufgreift und durch die Internetleitungen pöbelt. Manchmal frage ich mich, ob die Berliner Netz-Bohemé mit Absicht neue Domains mit wohlklingenden Buzzwords registriert, damit der Webphonso wieder sein Netzgegöbel ablassen kann. Immerhin liest sich das donsche Geschreibsel (bis auf die zahllosen Flüchtigkeitsfehler und die namentlichen Gemeinheiten) ganz putzig.

Ich finde folgende Fiktion überaus amüsant: Die Überreste der Berliner Netzgesellschaft trifft sich zum gemeinsamen Mittagessen längst in Hamburger Cafés, twittert aber so, als würde sie noch in Berlin täglich hunderte Liter Latte Machiatto intravenös im Sankt Oberholz tanken. Auf dem Galaostrich hocken sie kichernd zusammen und denken sich lustige Ideen aus, die sie nur im Netz verbreiten, um einen phonsischen Schreibschwall zu provozieren, über den sie dann noch viel mehr kichern! Nach dem Essen und dem obligatorischen Galao verabschieden sich in ihre längst seriösen Jobs und freuen sich schon auf das nächste gemeinsame Mittag.
Am anderen Ende des Landes kommt der selbsternannte Don gerade aus der FAZ-Kantine, liest die zahllosen Hinweismails seiner Jünger, die ihm die neuesten „Ideen“ der Sauberliner zutragen. Er macht sich sofort ans „Werk“ und tippert, fast hyperventilierend, einen seiner gewohnt brachialen Wut- äh – Wortausbrüche ins Internet.
Am Abend hat sich dann an der Blogbar ein ach so langer Longtail an „Recht haste Don“-Bekundungen angesammelt. Zur gleichen Zeit liest man in Hamburg ebenfalls brav die pöbelnden Zeilen mit und twittert sich die „Haste schon jelesen …“ zu. Oder Ex-Berliner-jetzt-Hamburger bemerken die das blogbarsche Spektakel gar nicht mehr, weil sie zwitschernd und flatternd längst im neuen Trendkosmos unterwegs sind …

Spaß ham wir sicherlich alle: Der Phonsibär darf pöbeln, der Ex-Berliner darf stänkern und ich setze mich in mein rotes Ikeasofa und darf herzlich über beide Seiten lachen.

3 Links pro Tag: Köhler unterschreibt Gesetzes-Farce. Jugendmedienschutz-Staatsvertrag bedroht freies Netz. Don Alphonso.

Februar 18th, 2010 - 

Zugangserschwerungsgesetz unterzeichnet!
Der Bundespräsident Horst Köhler hat das schwer umstrittene Zugangserschwerungsgesetz doch noch unterschrieben.
netzpolitik.org >>

Jugendmedienschutz-Staatsvertrag bedroht freies Netz
Zur Zeit wird an einem entsprechenden Papier als Vorlage gearbeitet. Sollte der Entwurf jemals rechtskräftig werden, dürfte das deutsche Internet bald ein echtes Problem haben.
praegnanz.de >>

Don Alphonso & die Schelmexperten

Der Buchautor kann mit der Berliner Startup- und Internetszene überhaupt nichts anfangen. Er brandmarkt einige bekannte Gesichter als Schelmexperten und darf diese persönlichen Tiraden auch noch auf faz.net veröffentlichen. Er drückt sich gewählt aus und hat an vielen Stellen vielleicht sogar Recht, aber er verliert trotzdem komplett die Contenance.
faz.net >>