Einig tragisches Euro-Land

01. November 2011 - von - Jens  - 

Ist es eigentlich ein deutsches Phänomen, dass man Menschen, denen es gerade nicht gut geht, noch ordentlich eins auf den Deckel gibt und sie als Nichtsnutzer und Schmarotzer brandmarkt? Oder ist es inzwischen ein Phänomen der “reichen” europäischen Länder, die einem strauchelnden Kandidaten noch mächtig in die Magengrube treten und sogar mit Ausschluss aus der Gemeinschaft drohen?

Für mich ist dieses Euro-Europa inzwischen ein ganz hervorragendes Beispiel dafür, wie man heute in der westeuropäischen Welt “Gemeinschaft” definiert. Du musst dich der Mehrheit fügen, darfst dir keine Fehler erlauben und wenn du patzt, dann kannst du sogar rausfliegen. Euro-Europa ist leider keine Solidargemeinschaft, Euro-Europa ist eine Fratze spießbürgerlich-kleinkarierten Denkens. Anstatt zusammenzurücken und mit den Griechen einen Pakt für den Aufbau und das Erstarken zu schmieden, werden die Menschen verunsichert, Parolen und Phrasen gedroschen und Vorurteile gepflegt. Und aus meinem ganz persönlichen Blickwinkel heraus haben die deutschen Medien einen großen Beitrag dazu geleistet, dass die Griechen als dummdreiste Bösewichter dastehen.

Man stelle sich nur mal vor, die US-Amerikaner würden einen ihrer Bundesstaaten ausschließen wollen, weil es halt gerade nicht gut läuft. Im Moment für uns sicherlich undenkbar. Aber genau das passiert für mich gerade auf Euro-Ebene. Diese fehlende Solidarität, die die Euro-Land-PolitikerInnen da an den Tag legen, wird der europäischen Sache vermutlich unglaublich schaden. Weil die Menschen einfach nicht bei ihren Bedenken und Ängsten abgeholt werden, sondern mit Vorurteilen und Klischees gefüttert werden.

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