Dreierset Holz-Acryl-Drucke auf Papier

Oktober 23rd, 2012 - 

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Fischstäbchen-Pizza-Rezept? Digitale Kunst der neuesten Form!

Oktober 22nd, 2012 - 

Wozu Facebook so richtig gut sein kann? Das versteht die geneigte Leserschaft sicherlich, wenn sie diesen Beitrag hier gelesen hat.

Über einen ehemaligen Arbeitskollegen, mit dem ich bei Facebook verdingselt bin, habe ich dieses „Koch“-Rezept hier entdeckt: Fischstäbchen Pizza (01.11.2011).

Convenience, DIY, Community – kurze Einführung der Begriffe

Ich bin der festen Überzeugung, mit diesem Rezept hat mein Ex-Kollege wirklich eine ganz neue und spannende Form der Internet-Kunst entdeckt. Das Werk ist in seiner Komplexität eigentlich nur zu erahnen. KünstlerIn „Muckisale“ führt in ihrer Arbeit zwei wirklich große Trends des Internetzeitalters zu einer wahrhaft nahrhaften Kombination zusammen: „Convenience Food“ und die Do-it-yourself-Bewegung. Convenience Food ist der Inbegriff von Abstraktion des Essens, schnell, instant und oft auch schon im Internet bestellbar. Die Do-it-yourself-Bewegung (DIY) ist ebenfalls eine Entwicklung, die durch das Internet verstärkt wurde. Beispiele für den sogenannten DIY-Trend sind Plattformen, wie die deutsche Community dawanda.de und das amerikanische Original etsy.com. Dort werden selbst gestaltete Produkte des Alltags über die eigene Community präsentiert und verkauft. „Muckisale“ nutzt für die Veröffentlichung ihrer Arbeit auch eine DIY-Community, nämlich die Plattform für HobbyköchInnen kochbar.de.

Massenkompatible Produktionsmittel

Schauen wir uns nun das Werk der KünstlerIn etwas näher an. Sie kombiniert klassische Materialien der schnellen und sehr einfachen Supermarkt-Küche: „Pizzateig fertig ausgerollt, Tomatenketchup, Fischstäbchen paniert tiefgefroren, Pizzakäse gerieben“. Sämtliche User können die „Grundstoffe“ des Werkes kostengünstig erwerben. Darüber hinaus wird nur ein Backofen benötigt. Die Produktionsmittel für diese künstlerische Arbeit sind also auch im normalen Haushalt der User vorhanden. Einfachste Ausgangsmaterialien und überall verfügbare Produktionsmittel bilden dadurch die Vorraussetzungen für das massenhafte Kopieren, also Herstellen des Werkes.

Kontrollverlust

Die Menge der Kopien, die bei einem durch Vervielfältigung hergestellten Kunstwerk eine wichtige Rolle für die Bewertung des Marktpreises spielt, ist bei diesem Prozess nicht mehr kontrollierbar. Weder KünstlerIn, noch Community-Betreiber oder gar User wissen, wie oft, wo und wann das Rezept angewendet wurde und wie viele Rezipienten die jeweilige Kopie erreicht hat.
Auch die recht unspezifische Angabe der „Grundstoffe“, es fehlen Angaben zu Marken und teilweise zu Mengen, führen zu einem Kontrollverlust seitens des/der KünstlerIn „Muckisale“.

Die Fotos

Der Backanleitung wurden zwei Fotos zur Seite gestellt. Hierbei handelt es sich recht eindeutig um Bilder, die offenbar von Laien angefertigt wurden bzw. eben diesen Anschein erwecken sollen. Auch an dieser Stelle achtete der/die KünstlerIn offenbar peinlich genau darauf, den Kontext der populären Instantfotografie mittels sogenannter Smartphones nicht zu verlassen. Die Bilder suggerieren Usern und BetrachterInnen ein typisches „Ja! Das kannst du auch!“ Die Ästhetik des Gezeigten animiert das Publikum zur Nachahmung, zum aktiven Rezipieren, Kopieren und Konsumieren des Werkes.

Der Versuch einer Einordnung scheitert an fehlenden Antworten.

Begibt man sich zur Suchmaschine Google und gibt als Suchanfrage ein „Fischstäbchen Pizza“, stößt man auf Verweise die bis ins Jahr 2008 zurückreichen. Unser/e Künstler/in „Muckisale“ hat ihr Rezept erst 2011 auf der Plattform kochbar.de veröffentlicht. Die Originalidee stammt also entweder von oder wurde erfolgreich durch „Muckisale“ kopiert. Wir, die Betrachtenden stehen also vor einer Vielzahl von Fragen:

Ist das Rezept eine Kopie aus dem Jahr 2008 oder ist es eine Weiterentwicklung?
Was ist eigentlich das Original, was ist die Kopie bei dieser künstlerischen Position?
Was ist am Ende das eigentliche Werk selbst?
Ist das Einstellen bereits eine Performance?
Wer gilt bei diesem Werk als UrheberIn und hat entsprechende Rechte daran?

Auf jeden Fall sind das Fragen, die wahrscheinlich erst KunsthistorikerInnen beantworten werden können.

Mein persönliches Fazit

Die völlige Loslösung von jeglicher Kontrolle, die Abstraktion der Abstraktion von Lebensmitteln und die Freigabe für die digitale Gemeinschaft machen aus der Fischstäbchen-Pizza ein fundamental wichtiges Werk digitaler Kunst. Die Position ist ein Spiegel des Internets.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal die geneigte Leserschaft zum ausgiebigen Diskurs einladen, hier direkt unter dem Artikel.

#berlintales no.18

Oktober 15th, 2012 - 
Tags:
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„Krass!“
„Watn?“
„Guck mal! Der Typ da drüben kauft noch echte Bücher. So aus Papier und so.“
„Ja klar, der ist ja auch reich!“

Berlin, anno 2020

#berlintales no.16

Oktober 11th, 2012 - 

„Du, das ist die Fischsuppe von gestern. Die kannst du heute nicht mehr essen.“
„Ach Mutti, das passt schon. Da geb ich am Ende einfach einen Schuss ‚Sagrotan Healthy Touch Tiefenreinigend‘ bei. Das desinfiziert und rundet auch den Geschmack ab.“

Das Berliner Hipster-Leben wird unterstützt von Produktplatzierungen.

#instanote no. 04

September 30th, 2012 - 

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#instanote no. 03

September 26th, 2012 - 

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#instanote no.02

September 23rd, 2012 - 

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#instanote no.01

September 20th, 2012 - 

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#berlintales no.09

August 13th, 2012 - 

Ein Graureiher im Springbrunnen an der Weberwiese. Mitten in #Berlin.

#berlintales no.08

August 11th, 2012 - 

Irgendwo in der U8 zwischen Alex und Kotti. Ein einbeiniger Motz-Verkäufer bahnt sich auf Krücken seinen Weg durch die Feierabendmenge und bittet um Spenden. Ein paar Sitze weiter sitzt ein zerzauster Treber mit zwei vollgestopften schmuddeligen Ikeataschen. Er führt Selbstgespräche mit dem U-Bahnfernsehen und seiner Bierflasche, es riecht nach abgestandenem Alkohol.

Der Motzverkäufer akrobatiert durch den Waggon: „Vielleicht hat jemand auch nur 10 Cent, eine kleine Spende? Der Mann im Anzug vielleicht oder die junge Dame mit der schicken Handtasche?“.. Nein? Er stakst erfolglos weiter und wird plötzlich vom zerzausten Treber angehalten: „Ey, warte mal!“ Der kramt dann in seinen in Taschen herum und drückt dem Motz-Verkäufer etwas in die Hand: „Hier haste n‘ Glückscent!“