Samsung vs. Apple – ich entspann mich mal

31. Oktober 2011 - von - Jens  - 

Es ist ein Trauerspiel! Die Damen und Herren Android-Fans jaulen vor Freude, wie die Wölfe kurz vor dem großen Fressen: Samsung hat Apple in den Smartphone-Verkäufen überholt. Was für eine News?!

Ganz ehrlich? Eine, die absehbar war – wenn man mich gefragt hätte, was man natürlich nicht tat. Wer bin ich denn auch? Der kleine Nerd, der hier in sein halbverwaistes Blöglein hineintippert …

Egal! Samsung ist technologisch auf der Höhe der Zeit und auch ein ziemlich dickes Schiff auf dem Weltmarkt für elektronische Konsumgeräte. DAS ist kein Geheimnis. Die Spatzen brüllen es ebenfalls seit längerer Zeit von allen Dächern: Das Betriebssystem Android ist bei den Leuten da draußen angekommen und wird mehr als rege genutzt. Insofern haben Google und die Smartphone- und Tablet-PC-Hersteller einen anständigen Job getan. Also auch Samsung.

Doch was liegt jetzt vor Samsung? Zuerst mal jede Menge Störfeuer aus Richtung Cupertino, was man selbst als passionierter Apple-User nervig finden kann. Neben vielen Herausforderungen, dürfte eine besonders schwierig sein: Die verschiedenen Versionen der Android-Betriebssysteme. Samsungs-Smartphone-Schlachtschiff Galaxy S2 läuft laut computerbild.de mit Android 2.3. Das Samsung Galaxy Tab 10.1 läuft dagegen werkseitig auf Android 3.1. Die 2er-Reihe des OS ist an Smartphones angepasst, die 3er-Reihe ist auf Tablet-PCs optimiert. Zwei Betriebsysteme, die leider deutlich machen, dass Google offenbar doch etwas Zeit brauchte, bis man dort verstanden hatte, dass ein OS für verschiedene Displaygröße besser sein dürfte. Ab Android 4.0 wird das Problem wohl halbwegs gelöst sein. Dann sollen neue Smartphones und Tablets mit dem gleichen Android ausgestattet werden, siehe chip.de.

Bis dahin wird es weiter unterschiedliche Apps geben müssen. Und für die EntwicklerInnen ist das nicht gerade ein Späßchen, wenn man das gleiche Programm für mindestens 2 OS anpassen muss, obwohl auf beiden Android steht. Doch damit ist ja nicht genug. Als potentieller Auftraggeber für Android-Apps habe ich bisher ein ganz schönes dickes Argument gegen den Einstieg in den Android-Markt. Es gibt einfach keinen guten Store, der mir das gesamte Potential der wirklich vielen Android-NutzerInnen eröffnet. Jeder Tablet- bzw. Smartphonehersteller kann sich das System Android zurechtbiegen. Was beim System anfängt, ist auch beim anschließenden Appstore der Fall. Wie jüngst beim Launch des Amazon Kindle Fire zu sehen, kann jeder Anbieter der ein Andriodgerät an den Markt bringt, diesem eine eigens zugeschnittene Android-Version und einen eigenen Store angedeihen lassen, siehe z.B. areamobile.de. Super! Ich als potentieller App-Produzent stehe also vor dem gleichen Problem, wie damals bei den Handyspielen. Ich muss mich für die Erstellung von App-Versionen für einzelne Geräte entscheiden und kann gar nicht das gesamte Potential von Androidnutzern ausschöpfen. Jetzt habe ich das Thema OS-Versionen und Appstore schon behandelt, um die Komplexität des “Android-Problemes” zu beleuchten. Ich spare mir mal eine längere Textpassage zu den einzelnen OS-Updates einzelner Geräteanbieter.

Lange Schreibe, kurzes Fazit: Samsung kann sich glücklich schätzen. Ich halte es sogar für stimulierend, wenn innerhalb der Androidwelt ein Anbieter solchen Erfolg hat. Immerhin könnte es dazu führen, dass sich andere Geräteanbieter an dem Erfolg orientieren und dadurch der Markt auf weniger oder gar eine aktuelle Version des OS einschießt. Ich, als Apple-User würde davon ebenfalls profitieren. Apple müsste sich nämlich weiterhin weit aus dem Fenster hängen und jede Menge Verbesserungen an den eigenen Systemen vornehmen, um weiterhin vorne im Markt und bei den Innovationen dabei zu sein.

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