Flash und das iPhone – Rollt eine Entwickler-Flut auf uns zu?

11. Januar 2010 - von - Jens  - 

Es dürfte hinlänglich bekannt sein, dass das gute Apple-Telefon kein Flash mag. Will man also per iPhone oder iPod touch flashbasierte Webseiten ansurfen, endet man im Nirvana. Oder wie der Berliner sagt: “Da biste Neese!” Das iPhone zeigt Flash-Inhalte einfach gar nicht an.

Daran wird sich eventuell so schnell nichts ändern. Flash-Inhalte werden vermutlich trotzdem 2010 auf das iPhone kommen. Adobe, Hersteller der Flash-Software, hat im vergangenen Jahr für seine bevorstehnde, neue Version Flash CS5 ein Tool vorgestellt, welches Flash-Anwendungen in fertige iPhone-Apps umwandelt. Die ersten Games auf dieser Basis sind bereits im App-Store, wie z.B. das süße Puzzle-Game “Fickleblox (iTunes-Link)“.

Wie komme ich nun zu meiner boulevardesken Überschrift? Recht einfach. Über einen Artikel auf techcrunch.com (Artikel-Link) von Erick Schonfeld. Er greift das Thema wieder auf und weist darauf hin, dass es weltweit ca. zwei Millionen Flash-EntwicklerInnen gibt – und nur ca. 125.000 iPhone-EntwicklerInnen, die mit dem Software-Entwicklungs-Kit (SDK) von Apple arbeiten. Wenn also nur 10% der Flash-Developer auf den iPhone-Zug aufspringen würden, kämen locker 200.000 neue KonkurrentInnen auf die bisherigen iPhone-EntwicklerInnen zu. Aus Sicht der KonsumentInnen wäre das sicherlich toll! Das Angebot dürfte sich noch mal vergrößern, der Preis pro App vermutlich weiter fallen, bzw. dürfte sich der Preis sicherlich bei nur noch 79 Cent festsetzen (die unterste Preisklasse im Appstore).

Ich wage einen Blick in die Glaskugel. Wenn der Erfolg des iPhones & des AppStores weiter anhält, dürfte eine eigene App für viele Flash-EntwicklerInnen verführerisch sein. Da die Produktion von aufwendigeren iPhone-Programmen jedoch viel Geld kostet, ein Endpreis in einer realistischen Kalkulation aber nur noch bei 79 Cents liegen sollte, wird das Thema Werbung in Apps bestimmt eine größere Rolle spielen. So entsteht vielleicht doch wieder das klassische Erlösmodell der Printmedien: Die Kommbination aus Vertriebs- und Anzeigenerlösen, erweitert um In-App-Verkäufe für zusätzliche Inhalte.

Gleichzeitig dürfte sich neben den Produktionskosten ein weiterer Kostenposten vermehrt bemerkbar machen: Das Marketing und die PR. Denn will man mit seiner App nicht total in den Fluten der Neuveröffentlichungen untergehen, wird man an dieser Stelle investieren müssen.

Zum Schluss meines kurzen Gedankenganges noch ein Video von Adrian Ludwig (Adobe) zu den flashbasierten Apps auf dem iPhone.

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